Bremgarten
Die Eisenbahnbrücke in Bremgarten beherbergt bald Vögel

In Bremgarten ist eine recht stattliche Turmdohlen-Kolonie sesshaft. Nun wurde für die gefährdeten Tiere in den Brückenbögen der Eisenbahnbrücke neue Nistplätze geschaffen.

Lukas Schumacher
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Andreas Beck (rechts) und Baupolier Hanspeter Züger mit Nistkästen.

Andreas Beck (rechts) und Baupolier Hanspeter Züger mit Nistkästen.

Lukas Schumacher

In wenigen Wochen wird die umfassende Sanierung der Eisenbahnbrücke Bremgarten abgeschlossen. Auf Initiative von Andreas Beck aus Wettingen werden in der Brücke Nistplätze zugunsten der Turmdohlen geschaffen. Vogelfreund Beck händigte dem Baupolier des Brücken-Arbeitsteams, Hanspeter Züger, 12 Nistkästen aus.

Züger und seine Arbeitskollegen montieren die Kästen bei den Nischen in den Brückenbögen der grossen Flussverbindung, so dass man die Nisthilfen nicht sehen kann. Die Kästen müssen unsichtbar bleiben, weil das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Brücke nicht verändert werden darf.

Gefährdete Vogelart

Die Turmdohlen gehören zu den gefährdeten Vogelarten. Dies im Gegensatz zu den Bergdohlen, die hierzulande häufig vorkommen und in den Alpen und Voralpen daheim sind. Die Turmdohle ist ein geselliger kleiner Rabenvogel. Er ernährt sich vorwiegend von Insekten, misst bloss 33 Zentimeter und ist somit deutlich kleiner als die bekanntere Bergdohle.

Eine Turmdohle

Eine Turmdohle

AZ

Nebst der Grösse unterscheiden sich die zwei Rabenvogelarten auch im Federkleid. Das Gefieder der Turmdohle ist grau und schwarz, jenes der Bergdohle rabenschwarz. Zudem besitzt die Turmdohle einen grauen Schnabel , die Bergdohle hingegen einen gelben.

Stattliche Kolonie im Städtchen

Die Chancen, dass die Turmdohlen die kleinen Behausungen in der Brücke zum Brüten nutzen, stehen laut Andrea Beck ausgezeichnet: «Die angefertigten Öffnungen der Nistkästen entsprechen genau der geringen Grösse der Turmdohlen. Tauben können da nicht eindringen. Ausserdem ist in Bremgarten eine recht stattliche Turmdohlen-Kolonie sesshaft.» Laut Beck nisten Turmdohlen gerne in nicht mehr benutzen Kaminen auf Hausdächern.

In der Altstadt Bremgarten sind mehrere Dachkamine vorhanden, die nicht mehr in Betrieb stehen. Aus Gründen des Ortsbildschutzes dürfen die Kamine nicht abgebrochen werden , was sie zu idealen Unterkünften und Brutplätzen für den kleinen Vogel macht.

Beck, seines Zeichens kantonaler Fledermaus-Beauftragter im Aargau, verbindet mit der aktuellen Bremgarter Turmdohlen-Förderungsmassnahme gute Erinnerungen. «Im Jahr 2000, anlässlich der Renovation der reformierten Kirche Bremgarten, konnten wir im Kirchenturm ebenfalls Nistkästen für Turmdohlen installieren.»

Dies mit Erfolg: Die Aufzucht des Vogelnachwuchses kann man vom Innern des Kirchenturms verfolgen. Letztes Jahr machte Beck zehn Brutpaare aus, die sich um nahezu 20 Jungvögel kümmerten.

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