Fernande Meyer-Nipkow hat nach dem frühen Tod ihres Gatten Arthur Meyer die Strohgeflechtfabrik Bertschinger AG von 1956 bis 1971 geführt. Mit dem Niedergang der Strohindustrie kam auch das Aus für ihre Firma. Sie gab 1971 auf und verkaufte das Firmengebäude der Cellpack AG. Für die verbliebenen Angestellten konnten damals neue Arbeitsplätze in anderen, florierenden Branchen gefunden werden.

Fernande Meyer blieb bis 1990 in Wohlen wohnhaft, war in verschiedenen Organisationen aktiv und im Dorf bestens bekannt und beliebt. Dann zog sie mit ihrem neuen Lebenspartner nach Locarno/Muralto, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Dort ist sie am Montag, 31. Juli, im Alter von 98 Jahren verstorben.

Im September 2013 hatte sie ihren letzten öffentlichen Auftritt in Wohlen. Damals erzählte sie an der Generalversammlung der Freunde des Strohmuseums, welches im gleichen Jahr in der ehemaligen Villa Isler neu eingerichtet worden war, aus ihrem spannenden Leben.

Fernande Meyer, geborene Nipkow, ist im holländischen Maastricht aufgewachsen. Die Schulen hat sie in Zürich absolviert und später das Handelsdiplom sowie das Arzgehilfinnendiplom gemacht. 1942 heiratete sie den Wohler Strohfabrikanten Arthur Meyer, der aber bald schwer erkrankte.

Schon 1946 war sie deshalb in die Firma eingestiegen und hatte sich nach und nach mit der Branche vertraut gemacht. Als ihr Gatte 1956 verstarb, übernahm sie die Leitung und führte das Unternehmen bis 1971.

In Wohlen pflegte Fernande Meyer einen grossen Bekannten- und Freundeskreis. So war sie unter anderem Fahnengotte beim Musikverein und Ehrenmitglied beim Kynologischen Verein Sektion Freiamt. Sie blieb bis ins hohe Alter bei guter körperlicher und geistiger Verfassung und widmete sich unter anderem der Stammbaumforschung der Familie Meyer.