Oldtimer haben es den fünf jungen Männern angetan. Aber sie schwärmen nicht für Autos, für alte Mustangs oder Cadillacs, ihre Liebe gehört den Traktoren. Zwar sind sie nicht alle auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber für das alte Handwerk, die Mechanik und die Maschinen interessieren sich die Gründungsmitglieder des neuen Vereins «Oldiwägeler Freiamt» trotzdem.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Auto- oder Traktorenbegeisterten interessieren sich die Mitglieder nicht für möglichst viele Pferdestärken, grosse Räder, teure Zubehör oder ausgeklügelte Elektronik.

Für die Oldiwägeler Freiamt zählt das nicht: «Die Langlebigkeit der alten Maschinen und Motoren fasziniert uns am meisten», sagt der Murianer Josef Frey. «Es ist zum Staunen, dass etwas, das mit den einfachsten Mitteln vor Jahrzehnten funktionierte, auch heute noch läuft.» Daniel Moser, Präsident des Vereins, sieht es ähnlich: «Die Einfachheit beeindruckt, das Schnörkellose ebenso. Und zudem finde ich die alten Maschinen einfach schön.»

Treffen zum Geburtstag

Moser war es auch, der auf die Idee kam, einen regionalen Verein zu gründen. Schon vorher war der 28-jährige Besenbürer Mitglied eines Oldtimer-Vereins in der Innerschweiz. «Die Anfahrtswege für Ausfahrten waren darum sehr lange. Bis ich mit meinem Oldtimer-Traktor in Küssnacht war, verging mehr als eine Stunde. Und deswegen immer früher Feierabend zu machen, war nicht möglich», erzählt er.

Aber nicht nur aus diesem Grund hat er Gleichgesinnte für einen Freiämter Verein gesucht. Moser hat einen Traum: An seinem 30. Geburtstag im nächsten Jahr will er in seinem Heimatdorf ein Treffen für Oldtimer-Traktoren organisieren. «Alleine wäre das sehr schwierig. Aber jetzt, mithilfe des Vereins, ist es ein realisierbares Projekt.»

Die fünf Gründungsmitglieder kennen sich alle und teilen dieselbe Leidenschaft. Zusammen mit dem Boswiler Stefan Koch hat Daniel Moser schon in jungen Jahren an alten Gerätschaften, seien es Traktoren oder Autos, herumgeschraubt. An weiteren Oldtimer-Treffen in der Region kamen die anderen drei hinzu.

«Für mich ist das Restaurieren fast am spannendsten. Etwas, das nicht mehr funktioniert mit Originalteilen wieder zum Laufen zu bringen, fasziniert mich», sagt Christian Keusch, der Älteste der Gründungsmitglieder.

Keine Aufnahmekriterien

Nun sind die Oldiwägeler auf der Suche nach weiteren Gleichgesinnten. Kriterien, die Interessierte erfüllen müssen, gibt es kaum. «Das einzige Kriterium ist, dass alle Freude am alten Handwerk und an den alten Geräten haben müssen», sind sich die fünf Gründungsmitglieder einig.

Einen eigenen Oldtimer-Traktor zu besitzen, ist ausserdem keine Pflicht. «Auf Ausfahrten können alle auf unseren Traktoren mitfahren», meint Martin Zimmermann aus Benzenschwil.

Auch geografisch engen die Oldiwägeler die Aufnahmekriterien nicht ein. «Das Zentrum des Vereins ist in der Region rund um Muri. Das heisst aber nicht, dass keine Leute von ausserhalb bei uns mitmachen können», betont Daniel Moser. Grundsätzlich ist er aber davon überzeugt, dass sich viele Gleichgesinnte innerhalb der Region finden lassen.

«Man sieht immer mehr restaurierte Oldtimer-Traktoren. Auch viele Junge Leute interessieren sich für das Zurechtmachen alter Maschinen und Traktoren. Diese wollen wir zu uns in den Verein holen.»

Geplant sind neben dem Traktoren-Treffen im nächsten Jahr viele gemeinsame Ausfahrten oder vielleicht ein Chlaushock. Aber bevor Besenbüren zum Oldtimer-Traktoren-Mekka des Freiamts wird, warten die fünf Oldiwägeler erst ab und hoffen, dass noch viele Gleichgesinnte dem Verein beitreten – auch Frauen sind willkommen. (az)

Mehr Informationen zu den Oldiwägelern Freiamt finden Sie unter:

www.oldiwaegeler-freiamt.ch