Bereits im Sommer will David Villiger, Inhaber der Eichmühle in Beinwil, die Getreidesammelstelle als Erstes wieder in Betrieb nehmen. Bis die im November abgebrannten Produktionsanlagen der Mühle wieder neu errichtet sein werden, braucht es noch etwas Zeit. Das Baugesuch wird aber in nächster Zeit eingereicht, und Villiger ist zuversichtlich, dass die Traditionsmühle im Laufe von 2014 wieder voll produzieren kann.

Chance packen

Gestern wurden die letzten Bauten, die vom Grossbrand in Mitleidenschaften gezogen wurden, mit dem Abbruchbagger abgebrochen. Damit wird der Weg frei für einen modernen Neubau. «Der Brand war schrecklich, aber wir sehen darin auch eine Chance, die wir jetzt packen», unterstreicht der 36-jährige Betriebsinhaber. Vorrang hat die Getreidesammelstelle, damit sie zur Getreideernte wieder funktioniert. In einem zweiten Planungsschritt werden die Fabrikationsanlagen für die Mischfutterproduktion und die Mehlmühle mit der integrierten Dinkel-Verarbeitung realisiert. Mit dem Neubau sollen neben der Optimierung der Betriebsabläufe und der Logistik auch die Emissionen reduziert werden. Schliesslich denken Villigers darüber nach, wie sie den Mühlenbetrieb interessierten Kundinnen und Kunden auch optisch näherbringen können. «Wir hatten schon bisher immer viele Führungen, dem wollen wir auch in Zukunft in verbesserter Form gerecht werden», erklärt dazu Seniorchef Paul Villiger.

Brand in der Eichmühle

Brand in der Eichmühle

Keine Entlassungen

«Ich bin froh, dass wir alle Mitarbeitenden weiter beschäftigen können», hält David Villiger weiter fest. Ein Mitarbeiter arbeitet vorübergehend bei einer Partnermühle, für den Lehrling im zweiten Lehrjahr konnte ein neuer Lehrbetrieb gefunden werden. Hier kann er seine Lehre fortsetzen und beenden.

Überhaupt windet Villiger den drei Partnermühlen ein Kränzchen: «Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren und konnten so schon 48 Stunden nach dem Brand unsere Kunden wieder beliefern.» Auch überraschte ihn die Anteilnahme der Kundinnen und Kunden sowie der ganzen Bevölkerung. «Das hat uns sehr positiv überrascht.» Entsprechend fühle er sich verpflichtet, auch in Zukunft ihren Ansprüchen gerecht zu werden.

Als Brandursache muss ein technischer Defekt angenommen werden. «Die Brandermittlungen sind abgeschlossen, möglicherweise hat ein Kabelbrand oder die Überhitzung eines Maschinenteils zum Brandausbruch geführt.» Mit absoluter Sicherheit lässt sich das nicht mehr feststellen, weil der grosse Sachschaden dies nicht zulässt. Aber an den Brand will Villiger jetzt nicht mehr denken, sondern vorwärts schauen. «Jetzt braucht es viel Planung und Einsatz, aber dafür werden wir eine moderne, schöne Mühle erhalten». So kann er den Traditionsbetrieb in der neunten Generation in die Zukunft führen.