Heavy Metal
Die dunkle Seite von Wohlen

Das Swiss Metal Masters Festival tauchte das Casino Wohlen und seinen Vorplatz in schwarze Farbe. Zehn zum Teil lokale Bands lockten zahlreiche dunkel gekleidete Heavy-Metal-Fans an.

Roger Wetli
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Gonoreas rockten mit vielen weiteren Bands das Wohler Casino. Roger Wetli

Gonoreas rockten mit vielen weiteren Bands das Wohler Casino. Roger Wetli

Wer am Samstagabend den Casino-Saal betrat, erlebte je nach eigenem Verständnis einen Höllenlärm oder wahre, harte Symphonien. Die Bands bewegten sich wild, und das Publikum tat es ihnen gleich. Das Programm an diesem Abend war sogar für die Szenegänger beeindruckend. Zwischen 17 und 1 Uhr rockten zehn Bands das Casino Wohlen. Die Reihenfolge wurde von den Veranstaltern bewusst nicht kommuniziert. «Mit dieser Massnahme wollen wir den Festivalcharakter stärken», erklärte Charis Sandrine Zeindler, welche den Abend zusammen mit Damir Eskic und vielen Freunden organisiert hatte. «Die Leute sollten wegen allen Bands kommen, und nicht wegen einzelnen.»
Es sei ihr Ziel, das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb der harten Rock-Szene zu fördern. «Das Festival demonstriert aber auch, über welche Qualität die Schweiz in Sachen harter Musik verfügt», war Zeindler überzeugt.

Wohlen bewusst ausgesucht

Um diese grosse Werkschau in einem Abend durchzubringen, wurden die Auftrittszeiten unüblich kurz gehalten. 20 bis 40 Minuten mussten jeweils genügen, um das Publikum zu überzeugen. Dazwischen gab es kurze Umbaupausen. «Wir können uns auf ein langjährig erprobtes Team verlassen», war Zeindler begeistert. «Dieses ermöglicht uns, den ehrzeigen Zeitplan einzuhalten.»

Toll findet Charis Sandrine Zeindler, dass das Festival nicht versteckt, sondern mitten in Wohlen stattfindet. «Gerade als es noch hell war, kamen wir vor dem Casino mit vielen Passanten ins Gespräch», ist Zeindler begeistert. «Viele fanden es toll, dass in Wohlen mal was läuft, auch wenn sie die Veranstaltung nicht besuchen.» Wohlen hätten sie bewusst ausgesucht. «Obwohl wir in den letzten Jahren vor allem Konzerte in der Region Brugg organisiert hatten, kannten wir das Casino Wohlen bereits von früheren Veranstaltungen», erklärt die ursprünglich aus Villigen stammende Zeindler. «Wir wollten diesmal unbedingt eine andere Region berücksichtigen.»

Die Besucher erfreuten sich aber nicht nur an den Bands, sondern auch am äusserst günstigen Essen. Dieses wurde von der Organisation Help For Family verkauft. Wer an diesem Abend im Casino ass, unterstützte damit gleichzeitig Schweizer Familien in schwierigen Situationen. «Diese Zusammenarbeit ist uns ebenfalls sehr wichtig», sagte Zeindler.

Das Konzept scheint aufgegangen zu sein. «Ich hoffte, dass wir im Vorverkauf 100 Tickets absetzen können. Jetzt waren es 190», so Zeindler. Dazu kamen die Eintritte der Abendkasse. Entsprechend wagte sie bereits am frühen Abend eine Prognose. «Wir werden wahrscheinlich das Festival in Wohlen in einem Jahr wiederholen.»

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