Gewerbe

Die Cumulus-Karten der Migros kommen aus Muri

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Kaum einer weiss: Im Murianer Industriegebiet sind hochkarätige Unternehmen angesiedelt. Und es sollen bald weitere hinzukommen.

Fast jede Schweizerin und fast jeder Schweizer hat mindestens einmal in der Woche ein Produkt aus Muri in der Hand: die Cumulus-Karte der Migros. «Hätten Sie das gewusst?», fragte Robert Barrer, Präsident der Industrievereinigung Muri, am zweiten Wirtschaftsanlass in Muri. Nur wenige wussten es. Genauso wie nicht allgemein bewusst ist, dass «Made in Muri» auch für High-Tech-Medizinalkomponenten gilt oder für international begehrte Beschattungssysteme.

In der Industrievereinigung, 1971 gegründet, sind 25 Mitgliederfirmen, die 1550 Mitarbeitende beschäftigen. Warum sie gerade in Muri produzieren? Barrer fasste es zusammen: Die geografische Lage ist ausgezeichnet, die Wohnattraktivität mit einem breiten Freizeit- und Kulturangebot ist hoch, sodass es für Fachkräfte reizvoll ist, einen Arbeitsplatz in Muri zu suchen. Schliesslich lobte der Unternehmer auch die Wirtschaftsfreundlichkeit der Behörde.

Gesunde Zahlen

Alle reden von den hohen Gesundheitskosten. Marco Beng, Direktor des Kreisspitals für das Freiamt, machte deutlich, dass im Freiamt das Gesundheitswesen auch gesunde Zahlen hervorbringt. So sind 200 Mio. Franken Umsatz «von den wichtigsten Playern im Gesundheitswesen» – Spital, Pflege- und Alters- und andere Heime – zu verzeichnen. Sie bieten 1400 Arbeitsplätze und 180 Ausbildungsplätze an. Rechnet man die vor- und nachgelagerten Unternehmen – Apotheken, Ärzte, Pflegedienste usw. – dazu, verdoppelt sich der Umsatz. Und auch mit Superlativen wartet das Freiamt auf: Die beiden grössten Aargauer Pflegeheime sind Pflegi Muri und Reusspark Niederwil. Und das grösste Aargauer Regionalspital steht ebenfalls hier.

Gewerbe mit Zukunft

Markus Eichhorn, Präsident des Gewerbevereins Muri und Umgebung, machte klar, dass die technischen Veränderungen, moderne Kommunikation und Computer, das Gewerbe stark beeinflussen. Ihm ist deswegen aber nicht bange: «Die modernen Technologien bieten Chancen, neue Märkte zu entdecken.» Was seiner Ansicht unabdingbar bleibt sind «ein toller Service und die persönlichen Kontakte.

Nicht unterschätzt haben möchte Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau, die Landwirtschaft des Freiamts. Sie macht 190 Mio. Franken Umsatz und erzielt, vor- und nachgelagerte Betriebe eingeschlossen, eine Wertschöpfung von 425 Mio. Franken. 90 Mio. Franken Umsatz stammen aus der Tier-, 60 Mio. Franken aus der Pflanzenproduktion, 10 Mio. aus Dienstleistungen und 30 Mio. aus Direktzahlungen. Bucher sieht in der Direktvermarktung regionaler Produkte grosse Chancen. «Regionale Produkte sind die Antwort auf die Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln und nach Natürlichkeit.» Und schliesslich betont er, «dass die Landschaft vor allem von Bäuerinnen und Bauern gepflegt wird.» Sie würden damit wiederum einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen, denn diese Landschaft sei für Freiämter Industrieunternehmen auch ein Argument, gute Fachkräfte anzuziehen.

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