Die Bevölkerung von Fischbach-Göslikon ist im Wachsen begriffen; in den letzten drei Jahren ist sie um zirka 200 auf über 1600 Personen gestiegen. Diese Entwicklung löst aber offenbar keinerlei Abwehrreaktionen aus, denn der Umzonung des Beerli-Fabrikareals in die Spezialzone «Widacher» mit Wohnraum für weitere 300 Einwohner wurde mit 70 Ja zu einem Nein klar zugestimmt. Von 1121 Stimmberechtigten waren 79 anwesend; die Beschlüsse der Gemeindeversammlung vom 27. November unterstehen damit dem fakultativen Referendum.

Gemeindeammann Walter Stierli stellte das Projekt detailliert vor. Geplant ist eine Überbauung mit Wohn- und Gewerberaum auf dem heutigen Areal der Firma Beerli Holzwaren AG mit maximal viergeschossigen und 18 Meter hohen Gebäuden im Kern und niedrigeren Häusern am Rand der Zone. Man wolle verdichtet bauen, dabei aber in die Höhe gehen und dafür die Abstände zwischen den Gebäuden grosszügig gestalten, führte Stierli aus. So gebe es mehr Licht und auch Platz für Bäume zwischen den Häusern – und damit mehr Komfort für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Feuerwehr wäre bereit

Neben einer allgemein hohen Wohnqualität soll der Gestaltungsplan einen Bau in mehreren Etappen vorsehen, damit die Entwicklung in einem verkraftbaren Tempo vor sich gehen kann. Muss dafür nicht die Infrastruktur angepasst werden, und was kostet das? Das war eine der wenigen Fragen in der Diskussion vor der Abstimmung. Walter Stierli konnte beruhigen – sowohl die Feuerwehr als auch die neue Kläranlage verfügen bereits jetzt über die notwendige Kapazität. «Und die Schülerzahlen waren in den letzten Jahrzehnten trotz wachsender Bevölkerung stabil», erklärt er weiter. Nur die Wasserversorgung würde nicht ausreichen – da sie bereits heute an ihre Grenzen stösst, steht ihr Ausbau aber ohnehin auf dem Programm.

Gemeinde will kein Land kaufen

Für das Bauprojekt wird ein Wettbewerb ausgeschrieben und – zusammen mit dem Kanton – der Gestaltungsplan ausgearbeitet. Liegt dieser vor, sollen Investoren gesucht werden. Die Gemeinde selber möchte weder Land kaufen noch als Investorin fungieren.

Vereinzelt Unbehagen löste die Möglichkeit aus, dass für die ganze Zone nur ein einziger Investor ausgewählt werden könnte. Obwohl Walter Stierli betonte, dass auch ein einzelner Investor sich an den Gestaltungsplan und damit die Etappen werde halten müssen, konnten die Zweifel in diesem Punkt wohl nicht ganz beseitigt werden.

Angenommen wurden mit je mindestens 70 Stimmen auch alle anderen Vorlagen: der Kredit für den Radweg von Fischbach-Göslikon nach Stetten, die Leistungsvereinbarung der Gemeinde mit der Spitex, die Erhöhung des Pensums der Schulverwaltung von 30 auf 35% sowie das Budget 2015. Verabschiedet wurden Claudia Lieb als Schulpflegerin – sie ist seit Juni 2014 in der Schulverwaltung angestellt – und Dominik Seiler, der seit 2010 als Gemeinderat tätig war und aus familiären und beruflichen Gründen zurückgetreten ist.