Freiamt

Die bisherigen Freiämter Regierungsräte auf einen Blick

Das Freiamt hat wieder einen Regierungsrat. Der passende Zeitpunkt für einen Blick zurück auf die bisherigen Regierungsräte aus dem Freiamt. Aber ohne Garantie auf Vollständigkeit.

2001 bis 2009: Rainer Huber, Berikon CVP, heute Gontenschwil. Huber wurde 2000 als wilder Kandidat für die Regierung portiert, von einer Gruppe aus der Region Mutschellen, die sich vornehmlich aus Mitgliedern der SVP zusammensetzte. Leute aus ebendieser Gruppierung sorgten acht Jahre später mit einer Schlammschlacht dafür, dass Huber wieder abgewählt wurde, weil er mit seiner Bildungspolitik nicht ihren Erwartungen entsprochen hatte.

1988 bis 2001: Peter Wertli, Villmergen, CVP, heute Wohlen. Auch Peter Wertli war einst ein Kampfkandidat. Er ist 1987 gegen den wild kandidierenden Josef Rennhard (CVP) und den offiziellen CVP-Kandidaten Anton Keller angetreten. Seine Wahl im zweiten Wahlgang war eine grosse Überraschung.

1976 bis 1988: Hans Jörg Huber, Zur­zach, CVP, gestorben 1908, war Bürger von Hägglingen und somit auch ein bisschen Freiämter Regierungsrat.

1965 bis 1976: Leo Weber, Muri, CVP. Leo Weber war nach seiner Zeit im Regierungsrat noch Nationalrat von 1975 bis 1987, gestorben ist er 1995.

1952 bis 1965: Paul Hausherr, Bremgarten, KVP. 1935 bis 1952: Josef Rüttimann, Abtwil, CVP. 1914 bis 1935: ­Xaver Stalder, Sarmenstorf, CVP. 1905 bis 1909: Hermann Huber, Wohlen, FDP. 1875 bis 1905: Gottlieb Käppeli, Merenschwand, FDP. 1866 bis 1881: ­Peter Suter, Beinwil, Liberale.

1837 bis 1838, 1852 sowie 1856 bis 1881: Augustin Keller war wohl die schillerndste Aargauer Politfigur aus dem Freiamt. Er hat sich grosse Verdienste beim Aufbau des Bildungswesens im Aargau erworben. Diese hat der Kanton mit einer Büste im Aargauer Rathauspark auch entsprechend gewürdigt. In seinem Heimatort Sarmenstorf hingegen wurde Keller über Jahrzehnte totgeschwiegen. Es gab weder eine Erinnerungstafel noch sonst einen Hinweis auf den berühmten Bürger, der nicht nur Regierungsrat, sondern auch National- und Ständerat gewesen war. Grund dafür war Kellers Kritik an der Römisch-Katholischen Kirche, der er selbst angehört hat. Er drang 1841 im Grossen Rat mit dem Antrag durch, alle acht Aargauer Klöster aufzuheben. Das führte letztlich zu einer politisch-konfessionellen Krise, die 1847 in den Sonderbundskrieg mündete. Fortan war Keller der Klostermörder und so ein rotes Tuch für alle Katholiken. Rehabilitiert wurde in Sarmenstorf erst im Zuge des Freilichtspiels «Chlostermetzger», das 2006 aus Anlass seines 200. Geburtstages inszeniert worden ist.

1835: Josef Leonz Müller, Muri, Liberale. 1831 bis 1837: Joachim Wey, Villmergen. 1820 bis 1829: Franz Joseph ­Vors­ter, Bremgarten. 1815 bis 1831: Vincenz Küng, Beinwil, KK. 1815 bis 1820: Heinrich Weber, Bremgarten. 1803 bis 1814: Ludwig Fidel Weissenbach, Bremgarten. Womit die Liste beim ersten Regierungsrat aus dem Freiamt angelangt ist.

Meistgesehen

Artboard 1