Wohlen
Die Bezirksschule Halde ist völlig überfüllt

Die Wohler Schulen sind überfüllt. Am grössten ist die Raumnot derzeit im Bezirksschulhaus Halde. 2011 müssen voraussichtlich zwei Schulklassen in ein Provisorium ausquartiert werden.

Jörg Baumann
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Der Pavillon bringt nur kurzfristigeEntlastung, langfristig kann das nur ein Neubau.

Auch wenn das Tempo in der Aargauer Schulreform nach dem Nein zum Bildungskleeblatt geringer ist, geht den Wohler Schulbehörden die Arbeit nicht aus. «Es sind alle Lehrerstellen besetzt», teilte Rolf Stadler, Präsident der Schulleitungskonferenz, an einer Informationsveranstaltung für den Einwohnerrat mit.

Es hätten aber alle Hebel in Bewegung gesetzt werden müssen, damit das bewerkstelligt werden konnte. «Bald werden wir Headhunter einsetzen müssen, um genügend Lehrpersonal zu finden. Wir müssen heute schon Datenbanken durchforsten und Beziehungen spielen lassen», meinte Stadler. Ob auf dem zweiten Bildungsweg genügend geeignete Lehrer rekrutiert werden könnten, sei für ihn vorläufig noch offen.

Klassengrössen am Anschlag

Stadler wies darauf hin, dass das Umfeld in der Schule immer komplexer werde. «Die Klassengrössen sind am Anschlag. Die Raumreserven in sämtlichen Schulzentren sind ausgeschöpft.» In Wohlen und in der Umgebung werde viel gebaut. «Das bringt uns mehr Schüler.»

Am grössten ist die Raumnot im Bezirksschulhaus Halde. Dort gibt es voraussichtlich im neuen Schuljahr 21 statt 19 Klassen. Der Engpass muss kurzfristig mit einem Pavillon überbrückt werden, in dem auch die Kindergärtler vom Kindergarten Pilatusstrasse untergebracht werden. Denn der Kindergarten muss abgebrochen werden. Auf lange Sicht müsse in der Halde ein Neubau erstellt werden, erklärte Schulpflegepräsident Franco Corsiglia.

Damit nicht genug: Stadler wies den Einwohnerrat darauf hin, dass die Gemeinde bei Schuleinrichtungen und beim Mobiliar notwendige Ersatzbeschaffungen hinausgeschoben habe. Nun müssten diese nachgeholt werden. Zudem würden die Lehrmittel eklatant teurer. Markant ist der Preisanstieg beim Mathematiklehrmittel für die Oberstufe. Kostete dieses bis 2009 noch 600 Franken, muss die Schule heute dafür über 3000 Franken bezahlen.

Sozialarbeit erfolgreich gestartet

Gut angelaufen ist die Schulsozialarbeit. Die Schülerinnen und Schüler benützten die Anlaufstellen schon kurz nach der Einführung sehr häufig, erläuterte die Schulleiterin Cornelia Wey. Die Schulpflege spürt die Entlastung. Die Zahl der ihr vorgelegten Problemfälle habe abgenommen, teilte Nicole Waser, Vizepräsidentin der Schulpflege, mit. Für intensive Kriseninterventionen stellt der Kanton mit den Projekten «Respekt» und «Schrittweise» auch Personalressourcen zur Verfügung. Es laufen Bestrebungen, das Projekt «Respekt» fest in Wohlen zu installieren.

Auch die Integrative Schulung sei auf einem guten Weg, erläuterte die zuständige Schulleiterin Barbara Müller. Die ehemaligen Kleinklassenschüler seien erfolgreich ins Schulsystem eingefügt worden. Es handle sich aber um einen Entwicklungsprozess, der Zeit brauche.

Die Musikschule arbeitet laut der Leiterin Regula Hannich an einem Qualitätsmanagement. «Die Musikschule soll das Musizieren für alle fördern», sagte sie. Die Qualitätssicherung ist für die ganze Volksschule ein Thema. Eine Arbeitsgruppe, die der Schulleiter Rolf Wernli leitet, trägt die wichtigsten Eckwerte für «eine gute Schule» (Wernli) zusammen und erstellt ein Dokument, auf das Lehrer, Behörden, Eltern und Schüler abstellen können.

Hausordnung wird verstärkt

Eine andere Arbeitsgruppe will
eine Hausordnung auf allen Schularealen aufstellen, die auch ausserhalb der Schulzeiten gilt.

«Wir müssen das Wegwerfen von Abfällen und den Vandalismus in den Griff bekommen», meinte Schulleiter Rolf Stadler. Auch die Schulwege müssten wieder sicherer werden. An gewissen Orten herrsche heute ein Klima der Angst. Dagegen müsse man etwas unternehmen.