Muri
Die bewegte Geschichte des «Löwen» startete als ein «Weiber-Gästehaus»

Klosterführer Josef Brühlmann greift die Geschichte eines markanten Hauses auf. 1949 wurde der «Löwen», das weisse Haus am Nordklosterrain, abgerissen.

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Das dominante Gebäude am Nordklosterrain wurde 1949 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Muri abgerissen. zvg

Das dominante Gebäude am Nordklosterrain wurde 1949 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Muri abgerissen. zvg

Wo sich heute die Wäscherei der Pflegi Muri befindet, stand bis 1949 der «Löwen», das «weisse Haus», beziehungsweise das «Weiber-Gästehaus» des Klosters – ein markanter Bau am Nordklosterrain. Genau dieses Haus macht Josef Brühlmann, ein Mitglied des Kollegiums der Klosterführer und -führerinnen, am Samstag, 15. Februar, im Kino Mansarde zum Thema seines Vortrages.

In zwei Stunden wird er über «das verschwundene Weiber-Gästehaus des Klosters Muri» berichten und damit ein spannendes Kapitel aufschlagen.

Bemerkenswerte Geschichte

Tatsächlich ist die abwechslungsreiche Geschichte dieses in vielen Bildern und Dokumenten, ja sogar in einzelnen Gegenständen erhaltenen Bauwerks äusserst bemerkenswert. Das um 1703/04 unter Fürst-Abt Plazidus Zurlauben erstellte Gebäude diente als Unterkunft für die weiblichen Bediensteten und Gäste des Klosters.

Es war Kunstmaler Schauberg, der 1788 die Malereien auf der Täfelung beisteuerte. Der Baukörper war dem Singisenflügel nachempfunden und blieb bis zur Klosteraufhebung von 1841 unverändert bestehen. Nach der Klosteraufhebung allerdings wechselte die Nutzung immer wieder: Erziehungsanstalt für Jugendliche, Armenhaus, Hotel, auch Zeiten ohne Nutzung sind zu verzeichnen. So beherbergte es auch das Restaurant Löwen. Das Wirtshausschild hängt heute in Sursee, der Löwe allerdings musste einem Hirsch weichen. Dass das dominante Gebäude trotz Stuckaturen dann ausgerechnet mit Empfehlung des Kantons und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde abgerissen wurde, mag aus heutiger Sicht erstaunlich sein.

Es ist bereits das dritte Mal, dass die Klosterführer- und -führerinnen des Kollegiums für Klosterführungen Muri den Bewohnerinnen und Bewohnern von Muri und des Freiamts einen Vortrag zu klosterbezogenen Themen anbieten. Solche Präsentationen werden auch künftig jedes Jahr im ersten Quartal und damit vor dem Saisonstart stattfinden. Der Anlass ist öffentlich und unentgeltlich. (az)

Das verschwundene Weiber-Gästehaus des Klosters Muri, mit Josef Brühlmann, Samstag, 15. Februar, 14 bis 16 Uhr, Dachtheater (Kino Mansarde). Mit vielen dokumentarischen Bildern.