Wohlen

Die Besten der Schweiz kämpfen gegen unsichtbare Gegner

Ein Kata ist eine genau festgelegte Übung, die wie ein Scheinkampf gegen einen imaginären Gegner wirkt.

Ein Kata ist eine genau festgelegte Übung, die wie ein Scheinkampf gegen einen imaginären Gegner wirkt.

Die Durchführung der diesjährigen Kata-Schweizer-Meisterschaft fiel mit dem 40-Jahr-Jubiläum des Karate-Clubs zusammen. «Die Ausbeute der Meisterschaft war aus Wohler Sicht recht gut», sagt der OK-Präsident Raphael Gauch.

Kraftvoll und elegant bewegt sich die weiss gekleidete Karatekämpferin, in der Fachsprache Läuferin genannt, über den Turnhallenboden. Sie verharrt für eine Sekunde in einer Position, tritt dann in die Luft, lässt ihre Faust nach vorne schnellen.

Beim Kata treffen die Karatekas auf imaginäre Gegner

Beim Kata treffen die Karatekas auf imaginäre Gegner

Kata – übersetzt Form oder Gestalt – nennt sich diese Karate-Disziplin, in der man gegen einen imaginären Gegner kämpft. In der Hofmattenturnhalle in Wohlen trafen sich am Samstag die Kampfkunstfreunde, um die Besten der Schweiz zu küren.

«Shihan» Raphael Gauch, OK-Präsident, ist überzeugt, dass Kata oft unterschätzt wird: «Es ist sehr anspruchsvoll, auch konditionell. Kämpfe sehen zwar spektakulärer aus, aber das Kata ist ein wichtiges Standbein des Karates.»

Gute Ausbeute für Wohlen

Kata setzt sich aus Bewegungen zusammen, die zur Abwehr als auch zum Kontern gegnerischer Angriffe verwendet werden. Ein Sport, in dem es um Schnellkraft, Körperbeherrschung und Koordination geht.

«Es ist interessant, wie unterschiedlich dieselbe Übung aussehen kann. Wenn man einen Läufer beobachtet, kann man auch einen gewissen Charakter aus den Kata lesen», sagt Gauch.

Die Vorführung wird von fünf Juroren bewertet, die rund um das Feld herum sitzen und jede Bewegung genau beobachten. Ablauf, Kraft, Präzision und die korrekte Ausführung fliessen in die Punktzahl ein, die Juroren halten die Punktetafeln nach einem Pfiff gleichzeitig hoch.

Beste und schlechteste Note gestrichen

Von den fünf Noten werden jeweils die beste und die schlechteste gestrichen. Angetreten sind Karatekas in den Kategorien Junioren, Nachwuchs und Elite. 105 Teilnehmer aus zwölf verschiedenen Dojos (Clubs) haben sich gemessen.

In einem ersten Durchgang müssen die Läufer eines der fünf Pflichtkata zeigen. Ein Juror zieht dazu eine Karte und nennt dem Läufer die Übung, dieser wiederholt, um Verständigungsprobleme auszuschliessen.

In zwei weiteren Durchgängen zeigen die Sportlerinnen und Sportler Selbstwahlkata. Gauch zeigte sich am Sonntag sehr zufrieden: «Die Ausbeute ist aus Wohler Sicht recht gut. So konnte sich zum Beispiel Gerhard Baumgartner den zweiten Platz in der Kategorie Herren Elite sichern.»

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