Wohlen
Die besten Arbeiten handeln von Bitcoins, Beats und Bauern

Der Rotary Club Freiamt zeichnet herausragende Arbeiten an der Kantonsschule aus – dieses Jahr drei sehr unterschiedliche. Guido Siegenthaler etwa hat einen 200 Seiten langen Krimi verfasst.

Dominic Kobelt
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Von links: Thomas Notter, Präsident vom Rotary Club Freiamt, die ausgezeichneten Kantischüler Reto Seiler, Flurina Staubli und Guido Siegenthaler sowie Thomas Widmer, Prorektor der Kanti Wohlen.

Von links: Thomas Notter, Präsident vom Rotary Club Freiamt, die ausgezeichneten Kantischüler Reto Seiler, Flurina Staubli und Guido Siegenthaler sowie Thomas Widmer, Prorektor der Kanti Wohlen.

Dominic Kobelt

Die Maturaarbeit ist eine Gelegenheit, sich mit einem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Genau so unterschiedlich, wie die Interessen der Schülerinnen und Schüler an der Kantonsschule Wohlen sind, so verschieden sind die Themen ihrer Arbeiten. Das macht es für die Jury des Rotary Club Freiamt besonders schwierig: «Die zwölf zu bewertenden Arbeiten hätten alle einen Preis verdient», sagte Thomas Notter, Präsident vom Rotary Club Freiamt, gestern an der Preisübergabe.

Ein Krimi mit Schachmetaphern

Guido Siegenthaler hat seine Maturaarbeit genutzt, um sich als Autor zu versuchen. Dies ist ihm gut gelungen: Er hat nicht nur einen 200-seitigen Krimi geschrieben, ihm ist es auch gelungen, Spannung aufzubauen und am Schluss das Rätsel um den Mörder aufzulösen. «Ein Krimi braucht einen Schluss, und das kann zum Verhängnis werden, wenn die Zeit knapp wird», sagte sein Betreuer Alex Läuchli.

Siegenthaler selbst hat das Schreiben offenbar viel Freude bereitet. Die Schüler würden es jeweils hassen, wenn die Lehrer auf der Symbolik in einem Text herumreiten würden, sagte Siegenthaler, gab dann aber zu: «Ich konnte selbst nicht widerstehen, etwas Symbolik einzubauen.»

Sein Roman, «Der Springer», spielt mit Schachbegriffen. Nicht nur, dass der Ermittler Schacher heisst, es kommen auch verschiedene Figuren wie der Bauer oder eben der Springer vor, die für die Schachfiguren typische Charaktereigenschaften haben. Im wissenschaftlichen Teil hat sich Siegenthaler damit befasst, wie in einem Roman Spannung aufgebaut wird.

Gleich zwei Preise abgeräumt

Bereits am Freitag wurde Reto Seilers Arbeit zu einer der besten im Kanton gekürt, gestern durfte er zusätzlich den Rotary-Preis entgegennehmen. Seiler befasst sich in seiner Maturaarbeit mit Bitcoins, einer digitalen Währung. Live führte er dem Publikum vor, wie man Bitcoins transferiert.

«Das ist eigentlich wie beim E-Banking, nur dass keine Bank involviert ist», erklärte Seiler. In seiner Arbeit vergleicht er aber auch den Bitcoin mit dem Euro und stellt grosse Unterschiede fest. Als grosses Problem für den Bitcoin sieht Seiler die hohe Volatilität, trotzdem glaubt er auch an die Zukunft der digitalen Währung.

Mit Lärm zu mehr Konzentration

Auch die Arbeit von Flurina Staubli, die im Rahmen des Projektunterrichts entstanden ist, wurde ausgezeichnet. Sie befasst sich mit binaural Beats: Diese entstehen im Kopf, wenn auf dem linken und dem rechten Ohr unterschiedlich hohe Frequenzen auftreffen – das Gehirn versucht nämlich, diese auszugleichen. Was sich wie Lärm anhört, soll helfen, die Konzentration zu steigern. Dies versuchte Staubli in einem
eigens entwickelten Konzentrationstest nachzuweisen. Und tatsächlich: Allen Probanden unterliefen dank der binaural Beats weniger Flüchtigkeitsfehler.

Thomas Notter erklärte schliesslich, was die ausgezeichneten Arbeiten gemeinsam haben: «Leidenschaft und Fleiss.»