Erfreut und erstaunt zeigten sich am Samstag Karin und ihr Vater Albert Bertschi: Pünktlich zur Eröffnung des Recycling-Paradieses an der Pilatusstrasse in Muri fuhren die ersten Murianerinnen und Murianer sowie Einwohner umliegender Gemeinden vor, um Altstoffe zu entsorgen. «Wir hatten schon in der Woche zuvor telefonische Anfragen», sagt Karin Bertschi, «das zeigte uns, dass ein Bedürfnis nach dieser Entsorgungsstelle besteht.» Und ihr Vater, der den Betrieb in Muri führt, ist überzeugt vom Standort: «Wir sind nahe am Dorf und doch im Industriegebiet, wo wir niemanden stören.»

Im Recycling-Paradies Muri kann, neben den von Bertschi in Reinach und Hunzenschwil geführten Entsorgungsstellen, so ziemlich alles entsorgt und der Wiederverwertung zugeführt werden, vom Alteisen bis zur Waschmaschine, von Elektrogeräten bis zu Kaffeekapseln. «Wir bieten die Möglichkeit, alle Altmaterialien an einen Ort zu bringen», unterstreicht Bertschi, Geschäftsführerin der Firma Recycling-Paradies und seit 2017 Aargauer Grossrätin.

Die Einwohnergemeinde Muri bezahlt der Betreiberin eine pauschale Entschädigung pro Einwohner. Auf der anderen Seite entfallen für die Gemeinde Muri die Betriebskosten der alten Sammelstelle am Wiliweg, die aufgelöst wird. Für die Sperrgutentsorgung erhalten die Einwohnerinnen und Einwohner von Muri eine Kundenkarte und bezahlen einen reduzierten Ansatz von 30 Rappen pro Kilogramm. Auswärtige Kundinnen und Kunden müssen 50 Rappen pro Kilo bezahlen.

Idealer Standort

«Wir haben festgestellt, dass Kundinnen und Kunden aus der Region Oberfreiamt und dem angrenzenden Kanton unser Recycling-Paradies in Reinach nutzen. Das hat uns bestärkt, in dieser Region einen eigenen Betrieb zu errichten», erklärt Bertschi, die in Spreitenbach voraussichtlich im Frühling 2019 eine entsprechende Entsorgungsstelle eröffnen will. Auch bei der Gemeinde sei das Vorhaben auf offene Ohren gestossen. Auf dem Gelände des ehemaligen Baugeschäfts Pius Weiss AG konnte ein idealer Standort gefunden werden.

Beim Bau der Entsorgungsstelle wurden regionale Betriebe berücksichtigt. «Wir haben im Gebäude und in der Fassade Schallschutzmassnahmen getroffen», erklärt Albert Bertschi, der Wert darauf legte, eine freundliche und helle Atmosphäre zu schaffen. Jetzt ist das Recycling-Paradies in Muri von Montag bis Samstag jeweils von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr geöffnet. «Es wird genügend Personal haben, um behilflich zu sein», versichern die Bertschis. Wichtig ist ihnen auch, beratend zur Seite zu stehen. «Wir können auf Wunsch genau erklären, wie die Altstoffe entsorgt oder wiederverwertet werden.»