Sarmenstorf

Die Begegnungszone Lindenplatz muss warten

Die Begegnungszone Lindenplatz muss warten. Visualisierung: Stefan Hegi

Die Begegnungszone Lindenplatz muss warten. Visualisierung: Stefan Hegi

Die Sarmenstorfer wiesen das Projekt nach emotionalen Diskussionen an den Gemeinderat zurück. Die Steuererhöhung um 5 Prozent nahmen sie hingegen diskussionslos an.

An den meisten Gemeindeversammlungen nahmen am Freitag coronabedingt nur wenige teil. Nicht so in Sarmenstorf. Hier mussten in der Mehrzweckhalle gar zusätzliche Stühle für die 138 Stimmberechtigten aufgestellt werden. Der Gemeinderat freute sich, immerhin gab es grosse Traktanden zu besprechen.

Allen voran der Lindenplatz, der Haupt- und Festplatz des Dorfes, der für 757000 Franken hätte aufgewertet werden sollen. Der Gemeinderat wollte neben dem Parkierungschaos auch das Problem mit dem Militär lösen, das Parkplätzen und vor allem Festivitäten derzeit ab und zu in die Quere kommt. Doch die Aufwertung muss warten.

René Zürcher zeigte im Namen der Finanzkommission auf, dass der Zeitpunkt für die Ausgaben schlecht und die Kosten viel zu hoch sind. «2018 stimmte die Bevölkerung einem Projekt von 410000 Franken zu. Die budgetierten 757000 Franken sind jetzt fast doppelt so hoch.»

Einwohner René Strebel stellte einen Rückweisungsantrag mit der Bedingung, dass eine neue Kommission gegründet werden soll, die alle einschliesst, die beim Lindenplatz mitreden möchten. «Die vielen Unklarheiten zeigen, dass das Projekt unausgereift ist.» Dem stimmten 73 Anwesende zu.

Strassenausbau wurde sehr knapp bewilligt

Auch der Totalausbau von Kirchweg und Zelgli für 2,745 Mio. Franken stand auf wackeligen Beinen. Das, obwohl Gemeindeammann Meinrad Baur vor der Versammlung meinte, man habe keine Wahl, sondern müsse die alten Leitungen ersetzen und die marode Strasse sanieren.

Gemeinderat Matthias Baur zeigte Verständnis gegenüber den Anwohnern, die die Sanierung mitfinanzieren sollen. Ganz knapp, mit 60 Ja gegen 55 Nein, kam sein Antrag durch.

Dagegen kamen die 236500 Franken, die die Gemeinde an die Erschliessung des Gebiets «am Chapf» zahlen muss, ohne Diskussion durch. Und auch der Antrag über die Ruine an der Hilfikerstrasse 13, die aus dem kommunalen Schutz entlassen werden sollte, ging rasch durch. Hier war den Einwohnern wichtig, zu hören, dass der Fehler bei den Eigentümern gelegt hat, die das ehemals hübsche Haus verlottern liessen.

Keine Diskussion über 5-Prozent-Steuererhöhung

Spannenderweise gab es keinerlei Diskussion zum Budget 2021. Und das, obwohl der Steuerfuss von 100 auf 105 Prozent angehoben wurde.

Dagegen wurde hart über die Auflösung des Gemeindeverbands Oberstufenschule Oberes Seetal verhandelt. Ein Rückweisungsantrag wurde abgelehnt. Falls die vier anderen Gemeinden zustimmen, tritt per Schuljahr 2023/24 ein neuer Schulvertrag in Kraft. Meisterschwanden stimmte bereits zu, Bettwil folgte am gleichen Abend wie Sarmenstorf. Jetzt fehlt nur noch Fahrwangen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1