Wohlen
Die Badi wird nicht verkauft, aber vielleicht saniert

Der Wohler Einwohnerrat sagte am Montagabend mit klaren Mehrheiten Ja zu einem Kredit, mit dem die Sanierung vorbereitet werden will. Auch mit der Schulraumplanung ging er einen Schritt vorwärts.

Toni Widmer
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Die Wohler Badi ist 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig.

Die Wohler Badi ist 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig.

Andrea Weibel

Bis in der 50 Jahre alten Badi die ersten Handwerker tätig werden, wird es – wenn überhaupt – noch eine Weile dauern. Mit der Genehmigung eines Kredites von 290'000 Franken, mit dem die Projekte für eine Erneuerung des Schwimmbades sowie den Neubau einer Eishalle vorangetrieben werden können, hat der Einwohnerrat aber immerhin einen Pfahl eingeschlagen.

Am Montag im Einwohnerrat

Der Einwohnerrat Wohlen hat an seiner Sitzung vom Montag von den Rücktritten der beiden Ratsmitglieder Corina Roeleven und Roger Waeber (beide CVP) Kenntnis genommen. Als neues Ratsmitglied wurde Mika Heinsalo, Dorfteil Anglikon, in Pflicht genommen. Ebenfalls bekannt gegeben wurde der Rücktritt von Martin Jaberg, SVP aus der Einbürgerungskommission. Im weiteren hat der Einwohnerrat die Motion von Oliver Degischer SVP, betreffend Privatisierung von Schwimmbad und Kunsteisbahn abgelehnt. Bewilligt hat das Parlament einen Kredit von 290 000 Franken für die Projektierungsvorbereitung Erneuerung Schwimmbad Bünzmatt und Neubau Eishalle Wohlen. Ohne Gegenstimme gutgeheissen wurde der Verkauf von 936 m² Land am Gewerbering zum Preis von 327 600 Franken und bewilligt wurde ebenso ein Kredit von 58 800 Franken zur Umsetzung der Schulraumplanung. Lange zu reden gab der Bericht und Antrag zu einem Postulat betreffend Reglement zum Ausgleich von Planungsmehrwerten. Mehrere Änderungsanträge der SVP wurden verworfen, einer von Alain Thiébaud, GLP genehmigt. (to)

Gegen den Willen der SVP, deren Vertreter Oliver Degischer vorschlug, die Badi an einen Investor zu verkaufen. Obwohl er – und einige seiner Parteikollegen – dem Rat in herrlichen Farben ausmalten, was Dank solcher Investoren im Gebiet Bünzmatt alles entstehen könnte, liessen sich die anderen Parteien nicht überzeugen. Sie wollen kein Alpamare und auch keinen anderen, genialen Wasserpark. Sie wollen endlich eine zweckmässig sanierte Badi.

«Wenn sich Wohlen ein Freibad nicht mehr leisten kann oder leisten will, dann ist das eine Bankrott-Erklärung», sagte Finanzminister Matthias Jauslin und sein Parteikollege Andrea Duschén fand Degischers Vorhaben schlicht unrealistisch.

Klar schimmerte in der folgenden Diskussion durch, dass der Gemeinderat Badi und Eishalle zwar auf Synergien untersuchen und zusammen planen, im Hinblick auf eine Volksabstimmung jedoch nicht miteinander verknüpfen darf. In dieser Richtung äusserte sich – unter anderem – Thomas Burkard (Grüne) ebenso wie Barbara Gsell (EVP/GLP), Corinne Manimanakis (SP) und Thomas Geissmann (FDP).

Jean-Pierre Gallati versuchte noch mit einem geschickt eingefädelten Störmanöver, die Vorlage zu Falle zu bringen, indem er die Rechtmässigkeit des gemeinderätlichen Vorgehens infrage stellte und Übungsabbruch verlangte. Auch mit militärischen Artikulationen konnte die SVP am Montagabend nicht punkten und ebenso wenig hatte Peter Tanners Rückweisungsantrag eine Chance. Der Rat stimmte dem Kredit mit 12:23 Stimmen deutlich zu.

Was noch wenig heisst. Mit dem bewilligten Kredit wird jetzt weitergeplant und ein baureifes Projekt ausgearbeitet. Es ist nicht anzunehmen, dass ein solches dann auch bei der SVP auf Gegenliebe stösst.

Auch zum Thema Schulraumerweiterung und Sanierung wird vorerst weiter geplant. Mit den vom Rat bewilligten 58 800 Franken sollen sämtliche Grundlagen für die vorliegenden Wettbewerbsprojekte noch einmal überprüft werden. Nicht jedoch zweimal, wie das die SVP mit einem Zusatzantrag vorgeschlagen hat. Sie wollte 70 000 Franken bewilligen, jedoch mit der Auflage, dass die überprüfte Grundlagenplanung von unabhängigen Experten noch einmal überprüft wird.

«Eine unabhängige, kritische Zweitmeinung drängt sich bei der Grösse dieses Projekts auf. Damit erreichen wir letztlich eine höhere Planungssicherheit und können allenfalls in der Ausführung auch Kosten sparen», erklärte Oliver Degischer.

Gemeinderat Paul Huwiler hielt dagegen: «Wir erachten es nicht für sinnvoll, Experten von Experten überprüfen zu lassen. Zumal der von der SVP bewilligte Zusatzbetrag wohl kaum für ein solches Vorhaben ausreichen wird.»

Huwilers Meinung wurde von der Mehrheit im Rat geteilt. So von Simon Sax (GLP), Cyrille Meier (SP), Andrea Duschén (FDP), Hans Hufschmid (CVP) und auch von Thomas Burkard (Grüne).

Ratspräsidentin Marlis Spörri stellte die beiden Anträgen einander gegenüber. Die SVP unterlag erneut mit 12:23 Stimmen.

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