Rudolfstetten
Die az im Kindergarten: Der Blitz war spannender als die Zeitung

Im Kindergarten Alte Post behandeln die Kinder das Thema Berufe. Gestern war ein Journalist zu Gast. Die Kinder hatten Fragen, aber auch viel zu erzählen. Beispielsweise, wo ihre Väter die Zeitung lesen.

Dominic Kobelt
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Es blitzt auf Kommando – da staunen die Kinder. An einem morgen lernen sie den Beruf des Journalisten kennen. Dass man aus Zeitungen Hüte basteln kann, ist ein weiterer Vorteil des Berufs.

Es blitzt auf Kommando – da staunen die Kinder. An einem morgen lernen sie den Beruf des Journalisten kennen. Dass man aus Zeitungen Hüte basteln kann, ist ein weiterer Vorteil des Berufs.

zvg/Shirin Ernst

Einem Kind zu erklären, wie eine Zeitung entsteht, ist kein einfaches Unterfangen. Trotzdem haben die Fünf- und Sechsjährigen schnell verstanden, was ein Journalist macht. Auch dass Nachrichten nicht nur in der Zeitung stehen, wissen sie schon. «Im Fernsehen», «auf dem Handy», «am Computer», antworten sie auf die Frage, wo man sich informieren kann. «Im Auto», sagt ein Kind, und präzisiert auf Nachfrage: «Im Radio.» Spannender als die Arbeit mit Block und Bleistift finden sie aber den Fotoapparat. Besonders dass es der Journalist auf Kommando blitzen lassen kann, lässt die Kindermäuler weit offen stehen.

Die Kinder haben mehr zu erzählen, als dass sie Fragen haben. «Mein Papa liest die Zeitung im Zug», berichtet einer. «Meiner zu Hause beim Zmorgen, aber nicht immer», so ein anderer. Auch wenn die Kindergärtler noch nicht lesen können, bei manchen Artikeln wissen sie trotzdem, was da steht. Beim Bild von Goalie Joël Mall ist klar, hier geht’s um Fussball. Auch das Fernsehprogramm erkennen die Kinder ohne Problem. Das Bild vom Biber in der Reuss ist aber eindeutig der Favorit, und dass dieser Biber im gleichen Dorf wohnt, wie die Kindergartenlehrerin, fasziniert zusätzlich. «Bringen Sie den Biber doch einmal mit», bitten sie Frau Ernst. Der Biber sei sehr scheu, sagt sie. «Aber sie können doch eine Spur aus Futter legen», meinen die Kinder.

Der Apfel wird zum Pilzhaus

Die Zeitung ist aber nicht nur zur Information da, mit ihr kann man auch prima bastelt. Nachdem jedes Kind seinen eigenen Hut hat, wird der Journalist «zweckentfremdet». Die Kinder bringen Äpfel, Aprikosen und Bananen, die in mundgerechte Stücke zerkleinert werden sollen. Weil gewöhnliche Schnitze recht langweilig sind, können sie wählen, ob die Früchte zu einem Pilzhaus, einem Marienkäfer oder in ein Cornet verwandelt werden sollen. Nach einer Geburtstagsfeier und einer Stunde auf dem Spielplatz dürfen sie die letzten Fragen stellen, die sie noch beschäftigen. «Wo wird die Zeitung gedruckt?», fragen sie. Dass Aarau die Kantonshauptstadt ist, wissen sie bereits und versetzten damit die Erwachsenen in Erstaunen. Und was unbedingt geklärt werden muss: «Wann kommt Dominic das nächste Mal in den Kindsgi?»