Zufikon
Die Antenne soll nicht ins Wohnquartier

Einsprecher haben über 150 Unterschriften gegen die geplante Mobilfunkanlage in Zufikon vorgelegt. Die Einsprecher sorgen sich nicht nur um ihre Gesundheit, sondern befürchten auch Wertminderungen ihrer Liegenschaften.

Andrea Weibel
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Hans Jörg Wassmer in seinem Garten – neben dem Antennenprofil. aw

Hans Jörg Wassmer in seinem Garten – neben dem Antennenprofil. aw

Auf dem Swisscom-Lagerhaus an der Belvédèrestrasse soll eine Mobilfunkantennen-Anlage installiert werden. Das wollen die Anwohner um jeden Preis verhindern. «Sie würde mitten im Wohnquartier stehen», erklärt Einsprecher Hans Jörg Wassmer, dessen Einfamilienhaus kaum einen Steinwurf vom geplanten Bauort entfernt steht. Zusammen mit rund 150 weiteren Anwohnern hat er eine Sammeleinsprache unterschrieben, die am 14. April der Gemeinde vorgelegt wurde.

Über 100 dieser Einsprecher stammen aus Zufikon. «Weitere 40 sind aus Berikon, vereinzelt gibt es zudem Einzeleinsprachen», weiss Einsprecher Rolf Meyer. Tatsächlich waren auch einige Beriker Anwohner einspracheberechtigt, da sie innerhalb eines Radius von 436,53 Metern um die geplante Antenne herum wohnhaft sind.

Gesundheit und Wertminderung

Die Einsprecher zählen mehrere Gründe auf, weshalb sie die Antenne nicht in ihrer Nachbarschaft dulden wollen. «Als Erstes ist uns natürlich die Gesundheit wichtig», so Wassmer. «Man weiss schliesslich noch immer nicht, ob die Strahlen solcher Mobilfunkantennen krebserregend sind oder nicht. Das Risiko besteht aber immerhin, und das kann doch nicht sein.»

Daneben würde auch der Wert der Liegenschaften – rund um die Antenne befinden sich vor allem Einfamilienhäuser mit bester Lage und entsprechendem Preis – um rund 14 Prozent abnehmen, wie Meyer vorrechnet. Wassmer bestätigt: «Dann werden die Anwohner zu Recht Steuerreduktionen fordern. Das wird zu beträchtlichen Steuerausfällen in der Gemeinde führen. Ich frage mich, ob die Gemeinde das bedacht hat.» Dass die Swisscom den fehlenden Betrag erstatten werde, stehe wohl ausser Frage, mutmasst er.

Antenne für Nachbargemeinden

«Das Absurde an der ganzen Idee ist, dass die Antenne nicht einmal auf Zufikon ausgerichtet ist», hält Wassmer fest. Tatsächlich richten sich die Abstrahlungen der beiden Antennen nach Berikon und Widen. «Die beiden anderen Gemeinden haben sich erfolgreich gegen die Antennen gewehrt. Jetzt soll sie stattdessen bei uns stehen? Die Zufiker hätten davon keinerlei Vorteile, nur Nachteile», sagt Meyer.

Abgesehen von der Verschandelung des Ortsbildes sei die Antenne auch überhaupt nicht zonenkonform. «Allein das Gebäude, auf dem die Antenne stehen soll, gehört gar nicht hierher», weiss Wassmer. In der Einfamilienhauszone 2, in der das Lagerhaus steht, sei eine maximale Gebäudelänge von 25 Metern gestattet. Das Swisscom-Gebäude messe aber rund 40 Meter. «Es ist ein wüster Bau, aber bisher hat er uns nicht allzu sehr gestört. Aber mit der Antenne stören wir uns gewaltig daran», sagt der Nachbar.

Die Einsprecher seien nicht grundsätzlich gegen Mobilfunkanlagen. Als Alternative zum Bau in der Einfamilienhauszone schlagen sie hingegen das Wasserreservoir am Rande des Hirzenwaldes vor. Ausserdem hat die Einwohnergemeinde bereits letzten Juni beschlossen, dass die Standortplanungen der Mobilfunkanlagen von der Gemeinde koordiniert werden müssen. «Nun warten wir ab, wie sich die Gemeinde dazu stellt.»