Sins

«Die Ammannsmatthalle wird den Zusammenhalt fördern»

Gemeindeammann Stefan Huwiler spricht vor den rund 950 Gästen in der Ammannsmatthalle.

Gemeindeammann Stefan Huwiler spricht vor den rund 950 Gästen in der Ammannsmatthalle.

950 Personen nahmen an der offiziellen Einweihung der neuen Turn- und Mehrzweckhalle Ammannsmatt teil – trotz Freude sorgten die pinkfarbenen Garderoben für rote Köpfe.

Mit der Einweihung der neuen Turn- und Mehrzweckhalle Ammannsmatt am Sonntagmorgen hat die Gemeinde Sins die erste Etappe hin zu einer umfassenden Neugestaltung des Schulareals Ammannsmatt erfolgreich abgeschlossen. Es war ein langer und steiniger Weg, den die Sinser Behörden und die Bevölkerung gehen mussten, bis der wunderschöne Neubau gemeinsam mit über 950 anwesenden Gästen eingeweiht werden konnte. Bereits im Frühjahr 2006 wurde der zu knappe Raum für Sport und Freizeitgestaltung in Sins festgestellt.

Auf die öffentliche Projektausschreibung im Sommer 2008 haben sich 24 Architekturbüros gemeldet. Am 29. April 2011 schliesslich erfolgte der Spatenstich zum Siegerprojekt «Trifolium», eingereicht von Architekt Stefan Häuselmann. Pünktlich zum Schulbeginn vor rund zwei Wochen wurde die neue Ammannsmatt Halle den Schulklassen zugänglich gemacht. Der offizielle Festakt am Sonntagmorgen gab den zahlreichen beteiligten noch einmal Gelegenheit, das durchwegs gelungene Projekt eingehend zu feiern.

Halle produziert Strom

Im ökumenischen Gottesdienst weihten der katholische Pfarrer Simon Lipp und der reformierte Pfarrer Hansueli Hauenstein die Ammannsmatthalle. Die beiden Kirchenvertreter würdigten die Fantasie, den grossen Willen und die Schaffenskraft, mit der die vielen Involvierten einen Raum für die Jugend, für den Sport und die Kultur errichteten.

Sichtlich gerührt trat der Sinser Gemeindeammann Josef Huwiler vor die Gästeschar und dankte allen Beteiligten für deren «enormen Aufwand, dank dem dieses wirklich gelungene Projekt erst Wirklichkeit werden konnte». Josef Huwiler wies auch auf die eher unscheinbaren Nebeneffekte der neuen Ammannsmatthalle hin. So wurde der beim Hallenbau anfallende Aushub zur Errichtung eines neuen Hochwasserwalls in der Gemeinde verwendet. Dank dem Neubau wurde im Ammannsmattquartier ein neuer Wärmeverbund realisiert, dem sich interessierte Anwohner noch immer anschliessen können. Und auf dem Dach des Bauwerks produzieren 800 Quadratmeter Photovoltaikzellen ab sofort jährlich rund 120 000 Kilowattstunden Strom. «Mit diesen Zellen können wir über 20 Haushalte für ein ganzes Jahr mit genügende Energie versorgen und sparen jährlich rund 12 000 Liter Heizöl», erklärte Albert Amstutz von der Elektra Sins, welche die Fotovoltaikanlage errichtete.

Basis für starke Vereine

Regierungsrat Alex Hürzeler gratulierte der Gemeinde Sins zum neuen sportlichen Schmuckstück und ermunterte die örtlichen Vereine, die tolle Halle rege zu nützen. «Die aktiven Vereine bilden die Basis für jede gut funktionierende Gemeinde. Mit der Ammannsmatthalle hat Sins nun beste infrastrukturelle Bedingungen geschaffen, um die Vereine in ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.» Alex Hürzeler zeigte sich überzeugt, dass die Ammannsmatthalle den Zusammenhalt im Dorf fördern und nicht nur den darin turnenden Schulklassen viel Freude bereiten wird. Verschiedene Schulklassen zeigten sich bereits bei der Einweihungsfeier von ihrer engagierten Seite und turnten und sangen auf der modernen Bühne.

Pinke Garderoben verärgern

Schulpflegepräsident Jakob Sidler gab im Rahmen des Ammannsmatt-Podiums zu bedenken, dass die neue Turnhalle erst der Anfang einer umfassenden Neugestaltung und Aufrüstung der schulischen Infrastruktur sei. «Sins wird weiter schnell und stark wachsen. Zudem müssen auch wir in naher Zukunft auf das 6/3-System umschalten. Wir werden nicht darum herum kommen, weitere Um- und allenfalls Neubauten in Angriff zu nehmen.»

Vorerst aber überwiegt in Sins die Freude an der neuen Ammannsmatthalle. Nur ein Stein des Anstosses wird in der Bevölkerung weiterhin zu reden geben: die Pink gestrichenen Garderoben dürften vor allem bei den männlichen Turnern und Sportlern noch lange für Kopfschütteln sorgen.

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