Muri

Die alte Industriehalle wird zum Begegnungsort

Reizvoll: Alte Installationen und neue Räumlichkeiten in der Halle 5.

Reizvoll: Alte Installationen und neue Räumlichkeiten in der Halle 5.

Die Halle 5 der ehemaligen Lüftungssysteme- und Apparatefabrik Luwa AG in Muri hat überlebt.

Sie ist die letzte Zeugin aus einer Zeit, als in der Luwa AG die Maschinen noch auf Hochtouren liefen und die Arbeiter ausgelastet waren. Die Halle 5 bildet jetzt das Herzstück der Überbauung, wie es Peter Bertholet von der Feldmann Immobilien AG umschreibt. Sie wird multifunktional genutzt, als Kultur- und Veranstaltungshalle, für Ateliers und für die Gastronomie. Sie will zentraler Ort der Begegnung für Bewohnerinnen und Bewohner, Besuchende und Dienstleister sein. Mit bis zu 300 Sitzplätzen bietet die Eventfabrik genügend Raum für Firmenfeiern, Präsentationen, Produktvorstellungen, Modeschauen, Partys oder sogar Hochzeiten.

Holz und Glas dominieren das Innere der Halle. Aber ins Auge fallen ebenso alte Elektroinstallationen und der Laufkran mit mächtigen Anhängehaken an der Decke aus der Zeit der industriellen Produktion. Tatsächlich blieben die alten Strukturen vollumfänglich erhalten. Um das nichtisolierte Gebäude nutzbar zu machen, wurden sozusagen Gebäude ins Gebäude gebaut. Mit der grosszügigen Verwendung von Glas ist es möglich, die alte Industriehalle sichtbar zu halten und sie gleichzeitig mit zeitgemässem Komfort nutzen zu können. Diese Kombination macht aus der Halle einen Ort mit besonderer Ausstrahlung. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom.

Restaurant mit Ambiente

Mittelpunkt wird ein Restaurant der Thommen Gastronomie AG sein, das mit kreativen Köstlichkeiten und mit besonderem Ambiente aufwarten will. Das Angebot soll pragmatisch und übersichtlich, saisonal und nach Möglichkeit mit Produkten regionaler Anbieter sein. Eine Bereicherung soll das Restaurant auch für die Bewohnerinnen und Bewohner des Luwa-Areals werden, die nicht mobil sind, Gäste zu Besuch haben oder nicht selber kochen möchten. Denkbar wäre beispielsweise ein Home-Delivery-Service in die eigenen vier Wände.

Die Luwa AG, 1935 von den Brüdern Hans und Walter Bechtler gegründet, kam 1961 nach Muri, nachdem eine Ausweitung des Produktionsstandortes Zürich nicht mehr möglich war. In Muri bot sich der Kauf der Otto Wild AG, eines Unternehmens des Kessel- und Behälterbaus, an. 1971 wurde das Werk Stossbifang gebaut und 1973 erweitert. Kurz darauf machten Ölschock und Rezession dem Unternehmen zu schaffen: In Muri mussten 200 Mitarbeiter entlassen werden. Das Werk Stossbifang wurde aufgegeben. 1996 verursachte eine Produktionsauslagerung von Low-Tech-Komponenten für die Textillufttechnik ins Ausland einen weiteren Stellenabbau. In Muri verloren 19 Personen ihre Stelle. 2000 verkaufte die Luwa AG ihren Produktionsbetrieb in Muri an die N+K Produktions AG.

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