Unterlunkhofen
Die Abwassergebühr taucht, der Steuerfuss bleibt gleich

Abwasserbeseitigung plant künftig ohne Vermögen - der Gemeinderat will die Gebühren senken. Die Behörde ist überzeugt, dass es ihre Pflicht sei, Gebühren und Abgaben möglichst tief zu halten.

Lukas Schumacher
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Das Vermögen soll wie der Lunkhofer Schnee an der Sonne schmelzen.

Das Vermögen soll wie der Lunkhofer Schnee an der Sonne schmelzen.

sl

Der Gemeinderat Unterlunkhofen will die Abwassertaxen im Dorf verbilligen. Folgende Senkungen sind geplant: Benützungsgebühr für die Haushaltungen von 2.10 auf 1.85 Franken je Kubik bezogenes Frischwasser; Benützungsgebühr für öffentliche Strassen/Plätze von 1.20 Fr. auf 95 Rappen je Quadratmeter und Jahr; Anschlussgebühr von 60 Franken auf 54 Franken je Quadratmeter anrechenbare Bruttogeschossfläche; ausserdem sollen auch die Anschlussgebühren für grössere Hartflächen vergünstigt werden.

Drei dieser vier Gebühren sinken auf den 1. Januar 2013. Bereits per 1. Oktober 2012, also rückwirkend, soll die Haushalt-Benützungsgebühr tauchen. Dies unter der Voraussetzung, dass die am 9. November tagende Gemeindeversammlung Ja sagt zur Verbilligung der Abwassertaxen.

Das Vermögen des Eigenwirtschaftsbetriebs Abwasserbeseitigung – es betrug Ende 2011 gut 475000 Franken – soll vollständig abgebaut werden. Ein Mittel dazu sind die erwähnten Gebührensenkungen, das andere Mittel sind anstehende Investitionen wie die Sanierung des Regenbeckens Unterdorf. Das Becken soll zu Kosten von 107000 Franken vergrössert und technisch modernisiert werden. Am 9. November wird die «Gmeind» darüber befinden.

Zum geplanten, vollständigen Vermögensabbau auf Ende 2013 hält der Gemeinderat fest: «Eigenwirtschaftsbetriebe sollen sich weder übermässig verschulden noch sollen sie unbegründet Eigenmittel äufnen.» Gebühren und Abgaben möglichst tief zu halten, sei eine Pflicht.

Nach Berechnungen der Gemeindebehörde wird Unterlunkhofen mit den verbilligten Abwassertaxen über die Runden kommen. Zwar seien in den nächsten fünf bis acht Jahren Investitionen zu finanzieren wie die Kanalisationserneuerungen Rottenschwilerstrasse und Zugerstrasse oder Erschliessungen Geisshof und Mühlegg. Andererseits könne die «Abwasserkasse» aber auch mit happigen Gebühreneinnahmen im Zusammenhang mit Neubauten im Gebiet Ausserdorf rechnen.

Keine Veränderung soll indes der heute geltende Steuerfuss erfahren. So schlägt der Gemeinderat vor, das Gemeindebudget 2013 mit dem unveränderten Steuerfuss von 83 % zu genehmigen. Zudem steht am 9. November die Sanierung des Kellerämter Kreisschulhauses Titlis zum Beschluss. Kostenpunkt für Unterlunkhofen: 344000 Franken.