Mutschellen

Die Abgeordneten sagen Ja: Grundwasserpumpwerk darf gebaut werden

Pumpversuch am Standort des geplanten Pumpwerks Breiten in Zufikon. zvg

Pumpversuch am Standort des geplanten Pumpwerks Breiten in Zufikon. zvg

Der Regionale Wasserverband Mutschellen kann den Dauerpumpversuch starten. In Zufikon soll sich ein Grundwassersee befinden.

Jahresberichte sind in aller Regel eine trockene Angelegenheit. Dasselbe gilt für die meisten Abgeordnetenversammlungen. Am Mittwochabend kam gleich beides zusammen. Weil hinter der Veranstaltung in Berikon allerdings der Regionale Wasserverband Mutschellen stand, sprudelten die Informationen munter. Vor allem das Ja der Abgeordneten zur Phase 2 der Wassersuche und zum anschliessenden Neubau eines Grundwasserpumpwerks im Gebiet Breiten, Zufikon, ergoss sich wie ein heiss ersehnter Regen nach langer Dürreperiode über den Vorstand.

Die 26 Abgeordneten aus den fünf Verbandsgemeinden Berikon, Rudolfstetten, Widen, Zufikon und Oberwil-Lieli hatten wohl noch die eine oder andere Frage zum geplanten Grundwasserpumpwerk in Zufikon, aber die konnten allesamt befriedigend beantwortet werden. Mit dem nun gesprochenen Verpflichtungskredit von 107 700 Franken kann zwischen Mai und Dezember dieses Jahres über eine Zeitspanne von ein bis zwei Monaten ein Dauerpump- und Markierversuch im Versuchsbrunnen Breiten durchgeführt werden. «Der Bericht mit allen Messergebnissen legen wir bis März 2020 vor», so der Präsident der Abgeordnetenversammlung, Armin Koch, auf Nachfrage der AZ. «Vor allem können wir jetzt auch die Gespräche mit den Landbesitzern aufnehmen. Das war vor der Abstimmung über den Verpflichtungskredit nicht möglich.»

Erste Probebohrungen südlich des bestehenden Grundwasserpumpwerks Breiten in Zufikon lassen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass sich unter diesem Boden ein Grundwassersee befindet, der die Wasserversorgung im Wasserverband Mutschellen auf 30 bis 40 Jahre hinaus garantieren würde.

Mehr Wasser, mehr Geld

Verbandspräsident Felix Baur schreibt im Jahresbericht 2018: «Das Verlegen der Pumpstation in der schon öfters vorgestellten Art wird ermöglichen, dass am neuen Ort auch in einem Sommer wie demjenigen von 2018 das ganze Jahr über die notwendigen 600 bis 800 m3/Tag gepumpt werden können. Die langfristigen Kosteneinsparungen durch diese Möglichkeit würden die Investitionskosten in verhältnismässig wenigen Jahren wieder hereinbringen.» Eine Ansage, die nach dem kritischen Sommer 2018 für einige Erleichterung bei den Verbandsmitgliedern sorgen dürfte.

Musste doch, aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit, das fehlende Wasser ab Pumpwerk Breiten mit Wasser aus Bremgarten, von der Wasserversorgung Zürich und der Gruppenwasserversorgung Amt, Limmat, Mutschellen ersetzt werden. Dies, verbunden mit den unerwartet hohen Unterhaltskosten durch mehrere Lecks im Leitungssystem, führte gesamthaft zu höheren Kosten als budgetiert. Doch Finanzchef Heiri Römer hat die Zahlen unter Kontrolle. Dank neuer Satzung kann mit Eigenkapital aus dem Finanzierungsüberschuss die Fremdverschuldung auf Dauer reduziert werden.

Autor

Christian Breitschmid

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