Wohlen
Die Aargauer Meisterschaft steht in den Startlöchern

Der Behinderten-Sportclub Wohlen-Lenzburg organisiert am Sonntag die Aargauer Meisterschaft Behindertensport im Sportzentrum Niedermatten.

Fabio Vonarburg
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Am Sonntag fällt der Startschuss zur Aargauer Meisterschaft Behindertensport. Das OK ist bereit. Von links: Marlis Meier, Dieter Gerber und Othmar Müller.

Am Sonntag fällt der Startschuss zur Aargauer Meisterschaft Behindertensport. Das OK ist bereit. Von links: Marlis Meier, Dieter Gerber und Othmar Müller.

Fabio Vonarburg

Nach einem Besuch im Training war Dieter Gerber beeindruckt. «Unglaublich, wie schnell die Athleten laufen. Ich hätte keine Chance, ihnen zu folgen.» Der Pensionierte kann vielleicht nicht mehr rennen wie in früheren Tagen, aber sein Talent zum Organisieren ist dem ehemaligen Wohler Gemeinderat geblieben.

Die Athleten messen sich in 12 Einzeldisziplinen

09.00 Uhr: Begrüssung und gemeinsames Aufwärmen
09.30 Uhr: Beginn Einzelwettkämpfe
11.30 Uhr: Stechen in den Einzeldisziplinen
12.00 Uhr: Start 1000 Meter Lauf
12.15 Uhr: Mittagspause und Auftritt der Lipsticks Steelband aus Wohlen
14.00 Uhr: Beginn der Gruppenwettkämpfe (Netzballturnier und Mannschaftsstaffette)
16.00 Uhr: Rangverkündigung

Gerber ist OK-Präsident der diesjährigen Aargauer Meisterschaft Behindertensport, die am Sonntag in der Leichtathletikarena Niedermatten ausgetragen wird. Er war es auch vor neun Jahren, als die Meisterschaft letztmals in Wohlen gastierte. Damals wie heute organisiert er den Anlass gemeinsam mit dem Behinderten-Sportclub Wohlen-Lenzburg (BSCWL). «Ich bin sicher, dass wir ihn wieder gut über die Bühne bringen.»

Ungewöhnliche Disziplinen

200 Athleten mit einer Behinderung, zwischen 14- und 75-jährig, werden in Wohlen erwartet. Sie messen sich am Sonntag in zwölf Einzel- und zwei Mannschaftsdisziplinen. Nebst den klassischen Leichtathletiksportarten wie Speerweitwurf oder Kugelstossen gibt es an der Aargauer Meisterschaft Behindertensport auch ungewöhnliche Wettkämpfe. Zum Beispiel: Speerzielwurf.

Wie beim Spitzensport stehen aber auch in Wohlen am Ende nur drei Athleten pro Disziplin auf dem Podest. «Wir drücken nicht ab und zu ein Auge zu», sagt Marlis Meier, die mit Othmar Müller den technischen Ausschuss bildet. 50 Wettkampfrichter stehen am Sonntag im Einsatz. Sie messen exakt und behandeln alle gleich. «Dies ist auch der Wunsch der Behinderten», sagt Meier. «Sie wollen wie jeder andere behandelt werden.» Enttäuschungen wird es geben. Die Medaille, die jeder Athlet kriegt, wird aber trösten.

Am Mittag tanzen die Athleten

Spätestens am Mittag kehrt die Freude zurück. Auf dem Festplatz, der vom Circus Monti zur Verfügung gestellt wird, spielt die Lipsticks Steelband aus Wohlen auf. Wie bereits vor neun Jahren. Die heissen Rhythmen brachten die Athleten 2006 in Tanzlaune.

«Wir hatten Mühe sie wieder auf den Sportplatz zu bewegen», sagt Gerber. Das wird dieses Jahr nicht anders sein. Am Nachmittag stehen noch die Teamwettkämpfe an: ein Netzballturnier und eine Mannschaftsstafette.

Am Heimturnier ist der Behinderten-Sportclub Wohlen-Lenzburg mit 40 Aktiven vertreten. Gerber hofft, dass viele Freunde und Familien der Behinderten sowie zahlreiche Sportbegeisterte ins Niedermatten finden und die Athleten anfeuern.

«Am Sonntag soll der Sport im Vordergrund stehen», sagt Gerber, «und nicht ihre Behinderung.» Ist der Wettkampf vor der eigenen Tür etwas besonderes für die Freiämter Athleten? «Sie fahren lieber weg», sagt Marlis Meier und lacht.

Die Aargauer Meisterschaft wird zum fünften Mal vom BSCWL organisiert. Erstmals war dies 1977 der Fall, ein Jahr nach der Vereinsgründung. Der Wettkampf war in dem Jahr in das Regionalturnfest Boswil integriert und lief noch unter dem alten Namen.

Der damalige Kantonale Sporttag für Behinderte fiel beinahe ins Wasser. Wegen dem Dauerregen musste in eine Lagerhalle ausgewichen werden. Soweit wird es am Sonntag nicht kommen, obwohl das Wetter auf der Kippe steht. «Wir können Glück oder Pech haben», sagt Meier. Ob eine nasse oder eine trockene Rennbahn: Würde OK-Präsident Dieter Gerber mitrennen, er würde nicht als Sieger auf dem Podest stehen.

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