Ende Juli ist Schluss für 23 Asylbetreuer. Dann nämlich kommt die Aufsicht des Bundes-Asylzentrums Bremgarten in neue Hände. Drei Jahre lang wurde dieses durch die Firma AOZ betreut, neu wird sich die ORS Services SA der rund 150 Flüchtlinge annehmen - für ein Jahr. Um diese Zeitspanne wurde der Betrieb des Zentrums per Sonderbewilligung durch den Stadtrat von Bremgarten verlängert.

Diese 23 AOZ-Angestellten verlieren ihren Job, denn ihre Beschäftigung ist von der Betreuungslage abhängig. Sie haben vergebens gehofft, dass bei einer Betriebsverlängerung ihre Verträge automatisch angepasst werden.

Für ein Jahr also wird eine Firma ausgewechselt, die eingespielte Abläufe hat und Beziehungen zu den Flüchtlingen aufgebaut hat. Ein Unsinn?

Léa Wertheimer vom zuständigen Bundesamt für Migration kommentierte den Entscheid so: "Die bisherigen Verträge betreffend Betreuung und Sicherheit in Bremgarten wurden mit AOZ und Abacon vor den WTO-Ausschreibungen für die Betreuung in den Bundeszentren abgeschlossen und blieben deshalb gültig, obwohl der Kanton Aargau grundsätzlich zum Los der ORS und der Securitas gehört." Jetzt aber, wo die Vertragsmodalitäten neu geregelt werden müssten, gelte es die WTO-Ausschreibung einzuhalten.

Neben der AOZ geht auch die Sicherheitsverantwortung von der Firma Abacon zur Securitas über. Auch hier verlieren - zum guten Teil ältere Mitarbeiter - ihren Job. Sie haben aufgrund ihres Alters Angst, überhaupt wieder eine Anstellung zu finden, wie ein Betroffener gegenüber der az erklärte.

Überkorrekt

Der Wechsel von AOZ zu ORS im August hat also mit Ausschreibeverfahren zu tun. Und der Bund achtet nach den Skandalen von 2015 im Informatikbereich peinlich darauf, dass alles äusserst korrekt abläuft. Ungeachtet der Frage: Ist korrekt auch sinnvoll?

Szenen vom Start im Spätsommer 2013:

Bereits vor zwei Wochen mit der neuen Situation konfrontiert, zweifelte Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach daran. Die AOZ will das Vorgehen des Bundes nicht kommentieren und verweist auf den offiziellen Wortlaut. Kritik am sehr guten Auftraggeber Bund scheint nicht angebracht.

AOZ-Sprecher Thomas Schmutz sagt lediglich: "Für die AOZ ist der Umstand, dass die Mandate der Betreuungs- und Sicherheitsaufgaben im BAZ Obere Allmend an andere Organisationen übergeben werden, ein Entscheid des Staatssekretariats für Migration SEM."

Hoffnung für 23 Angestellte

Doch nun könnte sich die Situation zumindest für die 23 AOZ-Angestellten doch noch zum Guten wenden. Denn die Konkurenz überlegt sich, die AOZ-Leute zu übernehmen. Der Sprecher der ORS Services SA, Roman Della Rossa, sagt auf Anfrage: "Wir sind daran, die Personalsituation zu beurteilen. Deshalb führen wir derzeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich für eine Weiterbeschäftigung bei der ORS interessieren, Gespräche."

Damit könnten Know-how und Kenntnisse über das Bundes-Asylzentrum und ihre Bewohner übernommen werden.

Bewegter Start

Das Bundes-Asylzentrum war am 5. August 2013 eröffnet worden. Es geriet zu Beginn in die Schlagzeilen, als den Flüchtlingen verboten wurde, das Freibad zu benutzen. Es gilt zudem ein Rayonverbot für Schul- und Kindergartenareale.