Bünzen
Der Zusammenschluss mit der ARA ist naheliegend

Der Abwasserverband Chlostermatte blickt auf ein Jahr ohne grosse Störungen zurück. Und der Startschuss für das nächste Projekt ist bereits gefallen - vielleicht gibt es schon bald einen Zusammenschluss mit der ARA.

Eddy Schambron
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Klärwärter Ruedi Birrer sorgt mit seinen Leuten dafür, dass die ARA Chlostermatte weitgehend störungsfrei läuft. Archiv/es

Klärwärter Ruedi Birrer sorgt mit seinen Leuten dafür, dass die ARA Chlostermatte weitgehend störungsfrei läuft. Archiv/es

Eddy Schambron

Wie die Zukunft des Abwasserverbandes Chlostermatte, welchem die Gemeinden Boswil , Bünzen, Besenbüren und Kallern angeschlossen sind, aussehen wird, dürfte in diesem Jahr klarer werden. Noch im Dezember 2015 konnte zum Thema ökologische und ökonomische Optimierung der Abwasserreinigung im Einzugsgebiet Bünztal- Aare die Startsitzung mit Fachleuten und den Delegierten aller beteiligten ARA erfolgen. Für die «Chlostermatte» sei ein Zusammenschluss naheliegend, hält Verbandspräsident Richard Gähwiler fest, «wohin unser Abwasser fliessen soll, wird basierend auf Daten und Berechnungen, im Laufe dieses Jahres 2016 bekannt werden.»

Mikroverunreinigungen

Der Betrieb der Abwasserreinigungsanlage Chlostermatte in Bünzen lief im vergangenen Jahr zwar ohne grössere Zwischenfälle, allerdings blieben Mikroverunreinigungen ein Thema. Wegen der Grösse der Anlage und der vorgesehenen Zusammenschlüsse sind auf der Anlage allerdings keine diesbezüglichen Erweiterungen vorgesehen, wie Gähwiler in seinem Jahresbericht festhält. . Mikroverunreinigungen sind beispielsweise Pflanzenschutzmittel, Biozide und Schwermetalle. Für den Verband fliessen allerdings neun Franken pro Einwohner und Jahr in einen Fonds, aus dem schliesslich die Anlagen subventioniert werden, welche in die Eliminierung von Mikroverunreinigungen investiert werden müssen.

Kleinere Zwischenfälle im Betrieb der ARA Chlostermatte betrafen beispielsweise Verstopfungen von Pumpen und Leitungen durch Stoffe wie reissfeste Feuchttücher, Putzlappen und Hygieneartikel, die eigentlich gar nicht in die ARA gelangen dürften. Auch mussten kleinere Reparaturen ausgeführt werden, welche meistens mit eigenen Mitteln erledigt werden konnten. Glücklicherweise verlief das Jahr unfallfrei, was auch auf das sicherheitsbewusste Verhalten von Klärmeister Ruedi Birrer und seinen Pikettleuten zurückzuführen sei, wird im Jahresbericht weiter gelobt.

Mehr Strom

Im letzten Jahr wurden knapp 820 000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Dabei fielen 40 977 Kubikmeter Gas, 1848 Kubikmeter Klärschlamm, 38 Tonnen Rechengut und 14 Tonnen Sand an. Mit dem Blockheizkraftwerk konnten 71 780 kWh Strom produziert werden. Ab Elektrizitätswerk wurden 242 116 kWh bezogen. Weiter wurden in der Sammelstelle 65 Tonnen Kadaver abgegeben. Sporadische Beobachtungen und Rückfragen zeigten, dass ausschliesslich Leute aus dem Verbandsgebiet die Kadaversammelstelle benutzten, «wobei eine Rückverfolgung der nachts oder über das Wochenende deponierten Kadaver kaum möglich ist.» Positiv sei immerhin, dass das Deponieren der Kadaver geordnet ablaufe und der Sauberkeit die nötige Beachtung geschenkt werde. Insgesamt wurden für die Abwasserreinigung 1929 Arbeitsstunden und für die Kadaversammelstelle 147 Arbeitsstunden gezählt.

Die ARA Chlostermatte verzeichnet einen Umsatz von 472 230 Franken. Davon betragen die Personalkosten 146 600 Franken, die Schlammbeseitigung 68 000 und der bauliche Unterhalt 60 000 Franken. Schliesslich beziffern sich Wasser und Strom auf 25 100 Franken. Bei einem Nettoaufwand von 350 998 Franken belaufen sich die Kosten für die Abwasserreinigung auf Fr. 1.42 pro Kubikmeter.

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