Bremgarten/Hermetschwil-Staffeln
Der Zusammenschluss «ist in Gebot der Vernunft»

Die Entscheidung naht. In gut einem Monat wird an der Urne entschieden, ob Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln per Anfang 2014 eine Einheitsgemeinde bilden. Öffentlich informiert wird über den Zusammenschluss nicht mehr.

Lukas Schumacher
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Bremgarten, Hermetschwil-Staffeln

Bremgarten, Hermetschwil-Staffeln

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Vor der Abstimmung findet kein weiterer öffentlicher Informationsanlass statt. Grund: Im Fusions-Briefkasten, der im Dorfladen Staffeln platziert war, befand sich keine dicke Post in Form von Fragen und Anmerkungen der Dorfbewohner.

Fakten und Zahlen

Nur wenn an der obligatorischen Urnenabstimmung vom 11. März in Bremgarten und in Hermetschwil je ein Ja resultiert, wird die Einheitsgemeinde gebildet. Falls die Stimmbürger einer Gemeinde mehrheitlich Nein sagen, wird nicht fusioniert.
Die erste Hürde nahm der Zusammenschluss Mitte Dezember 2011 an den Gemeindeversammlungen. Bremgarten befürwortete die Polit-Heirat mit 195 Ja gegen 47 Nein. Hermetschwil-Staffeln stimmte mit 150 Ja gegen 104 Nein zu.
Wohl nur Formsache: Bei zwei Ja am 11. März hat der Grosse Rat das letzte Wort. Im Sog der Genehmigung des Fusionsvertrags wird der Grosse Rat auch die Ortsbürgergemeinde Hermetschwil mit der Ortsbürgergemeinde Bremgarten vereinigen.
Statistisches der zwei Gemeinden: Einwohnerzahl: Bremgarten 6418, Hermetschwil 1121. Stimmberechtigte: Bremgarten 4143, Hermetschwil 763. Wohnungen: Bremgarten 3050, Hermetschwil 495. Fläche: Bremgarten 802 ha, Hermetschwil 334 ha. Gewerbe- und Industriebetriebe: Bremgarten 550, Hermetschwil 34. Landwirtschaftsbetriebe: Bremgarten 1, Hermetschwil 7. Steuerfuss: Bremgarten 97%, Hermetschwil 112%. (SL)

«Stabiles Fundament»

Wie sieht die Botschaft des Stadtrats und des Gemeinderats über die Fusionsabstimmung aus? Die Beilage zum Abstimmungszettel, die am 17. Februar verschickt wird, ist schnörkellos ausgefallen. Betont sachlich listen Stadtrat und Gemeinderat Argumente auf, die für den Zusammenschluss sprechen: finanzpolitische Gründe, vorteilhafte Entwicklungsmöglichkeiten, politische Überlegungen.

«Eine Fusion verbessert den finanziellen Spielraum», steht in der Botschaft. Die Einheitsgemeinde Bremgarten mit dem Ortsteil Hermetschwil-Staffeln stehe langfristig auf einem gesunden finanziellen Fundament. Auch trage ein Zusammenschluss zur politischen Stärkung in der Region bei und festige das politische Gewicht gegenüber dem Kanton. Der Einheitsgemeinde bescheinigen Stadtrat und Gemeinderat «wesentlich bessere Entwicklungsmöglichkeiten in der Raumplanung.» Mittels einer Gesamtplanung liessen sich Planungsziele wie Erschliessungen für Überbauungen effizienter und kostengünstiger realisieren.

Zustupf und «logische Folge»

Der Kanton Aargau unterstützt die Einheitsgemeinde mit einem einmaligen Zustupf von 2,8 Mio. Franken. Im Weiteren winkt beim Zusammenschluss eine jährliche kantonale Finanzausgleichspauschale von voraussichtlich 280000 Franken während acht Jahren. Auf die hohe Kante legen könnte die Einheitsgemeinde diese Gelder nicht; ein beachtlicher Teil davon ginge für die Neuorganisation und Umstrukturierung weg.

Letztlich sei ein Zusammenschluss «ein Gebot der Vernunft» und eine «logische Folge» der langjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln, halten Stadtrat und Gemeinderat am Schluss der Botschaft an die Stimmbürger fest.