Wohlen
Der Wochenmarkt findet während Corona weiter statt – der Einkauf braucht aber Geduld

Der Wohler Wochenmarkt darf im Gegensatz zu anderen Märkten im Aargau auch in Corona-Zeiten weiter stattfinden – mit Schutzmassnahmen.

Marc Ribolla
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Der Wochenmarkt in Wohlen kann weiterhin stattfinden.

Der Wochenmarkt in Wohlen kann weiterhin stattfinden.

Marc Ribolla

In vielen grösseren Aargauer Zentren steht das gewohnte Marktleben derzeit still. Ob in Bremgarten, Lenzburg, Aarau, Baden oder Zofingen – überall fallen die traditionellen Wochenmärkte wegen der Corona-Pandemie noch bis mindestens 26. April aus. Eine rare Ausnahme stellt der Wochenmarkt auf dem Kirchenplatz in Wohlen jeden Donnerstag dar. Dort verkauft seit vielen Jahren nur noch der Sonnhaldenhof der Familie Kuhn aus Wohlen seine Produkte. Dass er der einzige Stand ist, kommt ihm nun in dieser Situation als Vorteil entgegen.

Die Gemeinde Wohlen bestätigt auf Anfrage, dass laut bundesrätlicher Verordnung ein einzelner Lebensmittelmarktstand den Lebensmittelläden gleichgestellt ist und unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften betrieben werden darf.

Im Einbahnverkehr dem Marktstand entlang

Die Umsetzung der Schutzmassnahmen klappt dank der guten Platzverhältnisse auf dem Kirchenplatz tadellos. Landwirt Florian Kuhn sagt: «Die Kundschaft bewegt sich nun im Einbahnverkehr dem Stand entlang.» Der Einkaufsbereich ist mit Absperrband klar markiert und am Eingang steht ein Tischchen mit Desinfektionsmittel. Der Kassenbereich mit zwei Kassen ist neu separat am Ende des Standes eingerichtet. Schritt um Schritt rückt die Schlange der Kunden vorwärts, immer mit dem nötigen Abstand zur vorderen Person. «Der Zeitaufwand für die Kunden ist dadurch grösser als sonst üblich», bemerkt Kuhn.

Der Wohler Landwirt Florian Kuhn vom Sonnhaldenhof am Wochenmarkt.

Der Wohler Landwirt Florian Kuhn vom Sonnhaldenhof am Wochenmarkt.

Marc Ribolla

Für den Sonnhaldenhof ist der Wohler Markt in diesen Corona-Tagen ein wichtiges Standbein nebst dem eigenen Hofladen, weil die Märkte in Aarau und Lenzburg weggefallen sind. «Die Absatz-Einbusse an Beeren und Spargeln wird wegen den fehlenden Märkten in den kommenden Wochen gross sein. Für uns ist wichtig, dass wir unsere Produkte trotzdem noch verkaufen können. Die Natur steht nicht still, die Pflanzen wachsen und die Ernte muss dennoch eingefahren werden», sagt Kuhn.

Unverständlich ist für ihn, dass in der aktuellen Situation dennoch der Warenfluss aus dem Ausland weiter aufrechterhalten oder sogar noch gefördert wird und so die einheimischen Produzenten zusätzlich Schwierigkeiten bekommen.

«Ich erwarte die heftigste Saison seit langem», sagt Kuhn. Ende nächster Woche hofft er, mit der Spargelernte starten zu können. Die Hoffnung, das traditionelle Spargelessen auf dem Hof am Muttertagswochenende Mitte Mai durchführen zu können, ist aber gering.

Neu einen Online-Shop eingerichtet

Neuerdings hat der Sonnhaldenhof einen Online-Shop eingerichtet, wo alle über 200 Produkte bestellt werden können. «Dieser Dienst ist speziell für die Personen der Risikogruppe gedacht, damit sie ihre Einkäufe so erledigen können und nicht im Hofladen erscheinen müssen.» Generell habe er festgestellt, dass die Warenkörbe auf dem Markt und im Hofladen eher grösser geworden sind.