Widen

Der Widerstand gegen die Einzonung ist nicht verstummt

Am Hang unterhalb der Wolfeggstrasse sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Qualität des Spazierwegs würde darunter leiden.ROB

Am Hang unterhalb der Wolfeggstrasse sollen drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Qualität des Spazierwegs würde darunter leiden.ROB

Der Gemeinderat präsentiert seine Vorschläge zur entgültigen Abstimmung. Er will am Rebberg unter Auflagen weiterhin Land einzonen – und stimmt der stärkeren Verdichtung zu.

Zwei Geschäfte wurden an der letzten Widener Gmeind vom Stimmvolk abgelehnt: die Einzonung einer Hektare Land unterhalb der Wolfeggstrasse und die Erhöhung der Ausnützungsziffer auf 0,38.

Die Einwohner wollten die Einzonung verhindern und, unabhängig davon, die Ausnützungsziffer für die Wohnzone W1 gleich auf 0,4 erhöhen. Anders formuliert, wollte der Souverän einige neue Häuser am Dorfrand verhindern und gleichzeitig eine dichtere Nutzung der eingeschossigen Grundstücke ermöglichen.

Die Geschäfte gingen zur Bearbeitung zurück an den Gemeinderat. Dieser hat nun seine Vorschläge für die endgültige Abstimmung präsentiert.

Geld oder Spazierweg

Gemeinderat und Raumplanerin Barbara Gloor schlagen am Rebberg eine verkleinerte Einzonung vor, geplant als eingeschossige statt als zweigeschossige Wohnzone. Da auf dem Gelände eine Gestaltungsplanpflicht besteht, kann die Gemeinde den Eigentümern Bauvorgaben machen.

Maximal drei Baukuben sollen auf dem neu 0,97 Hektaren grossen Gebiet gebaut werden. Zwischen den Häusern muss ein Mindestabstand von 18 Metern gewahrt werden. Ausserdem sind Flachdächer oder flach geneigte Dächer vorgeschrieben.

Die Einzonung ist Teil der Strategie der Gemeinde, die Bevölkerung von 3500 auf 4000 Einwohner anwachsen zu lassen. «Die Infrastruktur haben wir», sagte Gemeindeammann Vreni Meuwly an der Informationsveranstaltung. Es sei klar, dass die Gemeinde durch die Einzonung Geld verdiene.

Dass an der Wolfeggstrasse hingegen ein einzigartiger Spazierweg verloren geht, glaubt sie nicht und widerspricht damit den Gegnern des Projekts. Diese sind am Mittwoch zahlreich erschienen und halten die Einzonung für unnötig und zu weit ausserhalb des Dorfzentrums gelegen.

Kinder, die dort aufwachsen, könnten fast schon in Eggenwil zur Schule gehen, bemängeln sie. Anderen bereitet die rege Bauerei auf Mutschellen und Heitersberg generell Bauchweh.

Verdichtung: mehr Möglichkeiten

Beim Überweisungsantrag zur Erhöhung der Ausnützungsziffer hat sich der Gemeinderat den Antrag aus der Versammlung zu eigen gemacht. Neu sollen in Widen in der eingeschossigen Wohnzone 40 Prozent der Grundstücksfläche als Wohnfläche genutzt werden dürfen.

Theoretisch entsteht dadurch neuer Wohnraum für rund 130 Personen in der besagten Zone, womit langfristig auf eine stärkere Verdichtung der Gemeinde abgezielt wird. Kurzfristig erhalten die Eigentümer jedoch einfach mehr Spielraum beim Aus- oder Umbau der Gebäude.

Gemeinderat Urs Leuenberger sagte zum Thema: «Solange in Widen ein gewisser Wohlstand herrscht, wird die Erhöhung der Ausnützungsziffer in erster Linie zu mehr Wohnfläche für die Eigentümer führen. Und das ist auch völlig legitim.»

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