Oberrüti
Der Weg ist frei für die Doppelturnhalle – Gemeinde befürwortet den Bau mit 125:66 Stimmen

Nach jahrelangen, zum Teil hitzigen Diskussionen gelingt der Durchbruch. Die Gemeinde Oberrüti wird für 7,65 Millionen Franken definitiv eine Doppelturnhalle mit Pausenplatz gebaut. Damit ist auch klar, dass die Steuern von 109 auf 114 Prozent steigen.

Eddy Schambron
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Nördlich der Gemeinde kommt, in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Schulanlage, die neue Doppelturnhalle hin.

Nördlich der Gemeinde kommt, in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Schulanlage, die neue Doppelturnhalle hin.

Eddy Schambron

Es ist geschafft: Die Einwohnergemeindeversammlung befürwortet mit 125 Ja zu 66 Nein den Bau einer Doppelturnhalle mit Pausenplatz deutlich. Damit wird für die Schule dringend benötigter Platz geschaffen, allerdings geht der Inline-Hockey-Club Z-Fighters vorerst leer aus. Die Kosten von 7,65 Mio. Franken haben deutliche Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen. Aber der Steuerfusserhöhung von 109 auf 114 Prozent wurde diskussionslos zugestimmt. Auch die anderen Traktanden wurden genehmigt: 110'000 Franken für die Neubestuhlung der Mehrzweckhalle, Teiländerung Bauzonenplan im Gebiet Hobacker und die Fusion der Zivischutzorganisation ZSO Oberfreiamt und ZSO Muri-Boswil zum Gemeindeverband Bevölkerungsschutz und Zivilschutz mit gleichzeitigem Anschluss der Kellerämter Gemeinden. Schliesslich sicherte die Versammlung, mit 209 Personen ausserordentlich gut besucht, Oliver Stig das Gemeindebürgerrecht zu.

Schritt nach vorn

Dieser Gemeindeversammlung, beziehungsweise der Zustimmung zur Doppelturnhalle gingen jahrelange, zum Teil auch sehr gehässig geführte Diskussionen voraus. Das jetzt deutliche Ja zur vorgeschlagenen Lösung kann für die Gemeinde als Signal gewertet werden, einen grossen Schritt nach vorne zu tun und vergangene Querelen hinter sich zu lassen. Nicht zuletzt dürfte auch einer Stellungnahme der Z-Figthers Oberrüti-Sins, mit 175 Mitgliedern der grösste Oberrüter Sportverein, im Vorfeld der Versammlung zu verdanken sein, dass das Projekt in dieser Etappierung und Form realisiert werden kann. Von der neuen Infrastruktur würden die meisten Oberrüter Vereine profitieren, allerdings nicht die Z-Fighters. «Trotzdem möchten die Z-Fighters die Gemeinde in der Umsetzung ihres wichtigen Projektes unterstützen», hielt der Vorstand des Clubs fest.

Gleichzeitig mit der Realisierung der Doppelturnhalle soll aber auch für die Z-Fighters ein Mehrwert entstehen, konkret in der Aufwertung des bestehenden Hartplatzes, womit der Trainingsbetrieb zumindest für die Juniorinnen und Junioren verbessert werden kann. «Die Z-Fighters sind davon überzeugt, dass in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ein Mehrwert auf dem bestehenden Hartplatz geschaffen werden kann.» Es würden entsprechende Gespräche mit dem Gemeinderat Oberrüti laufen.

Würde man das ganze, gewünschte Projekt auf einmal realisieren, kämen Kosten von rund 10,25 Mio. Franken auf die Gemeinde zu, neben der Doppelturnhalle 1,64 Mio. Franken für das Schulgebäude mit Werkzimmern und 984'000 Franken für einen kombinierten Hartplatz mit Aussengeräteraum. Mit der Realisierung der ersten Etappe – Doppelturnhalle und Pausenplatz – sind nicht nur Investitionen von 7,65 Mio. Franken verbunden, sondern jährlich wiederkehrende Kosten von 455'000 Franken. Nun soll im Oktober 2019 Baubeginn und am 1. September 2020 die Einweihung der neuen Doppelturnhalle sein. «Ein sehr sportliches Programm», räumt Frau Gemeindeammann Fränzi Baggenstos ein.