Wohlen

Der Wald bedeutete ihm viel: Zum Gedenken an den langjährigen Förster Edwin Stäger-Muntwyler

Edwin Stäger-Muntwyler lebte bis zuletzt in seinem eigenen Haus in Wohlen.

Edwin Stäger-Muntwyler lebte bis zuletzt in seinem eigenen Haus in Wohlen.

Der langjährige Wohler Förster und Einwohnerrat Edwin Stäger-Muntwyler verstarb im Alter von 88 Jahren. Nach einer Kindheit im Zweiten Weltkrieg und einer Lehre als Schreiner war er bis zu seiner Pensionierung Förster in Wohlen. Der an Demenz erkrankte Stäger-Muntwyler lebte bis zuletzt in seinem geliebten Haus.

Edi Stäger kam am 27. Juli 1931 in Wohlen zur Welt. Mit acht Geschwistern wuchs er an der Wilstrasse auf. Eine Kindheit im Zweiten Weltkrieg war nicht leicht. Die grosse Familie hatte wenig zum Leben, alle mussten mithelfen. Dennoch erlebte er eine durchaus glückliche Jugend. Nach der Schule machte Edi eine Lehre als Schreiner.

Doch weil er als Kind oft im Wald Holz sammelte und so eine Liebe zum Wald entwickelte, entschied er sich zu einer Zusatzlehre als Forstwart. Danach absolvierte er die Försterschule in Schaffhausen, die er selbst finanzieren musste. Damals war er bereits verheiratet und Vater eines Sohnes. Die entbehrungsreiche Zeit stand die junge Familie nur dank der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Gritli durch.

1961 wurde Edi Stäger Förster in Wohlen und blieb es bis zu seiner Pensionierung. Er führte den Betrieb mit Leib und Seele, modernisierte ihn und machte ihn zum profitablen Vorzeigebetrieb. Ab 1972 war er zudem 25 Jahre lang im Nebenamt an der Berufsschule Brugg als Fachlehrer für angehende Forstwarte tätig. Von da an ging es wirtschaftlich bergauf.

Über 50 Jahre aktiv im Musikverein Wohlen

Mit 20 lernte Edi seine spätere Ehefrau Margrit Muntwyler kennen und lieben. Am 25. Oktober 1952 schloss er mit Gritli den Bund fürs Leben. Dieser glücklichen Ehe entsprossen vier Kinder: Urs, Dieter, Beat und Doris. Stets haben Edi und Gritli hart und viel gearbeitet. Dadurch wurde es möglich, dass sie 1978 das Eigenheim am Blumenweg erwerben konnten. Edi erfüllte sich damit einen grossen Traum. Bis zuletzt war der Garten sein liebstes Hobby. Auch waren sie bei unzähligen Festen hervorragende Gastgeber, ob im Forstmagazin oder am Blumenweg, sie waren legendär. Über 50 Jahre lang war Edi Stäger zudem aktiver Musikant im Musikverein Wohlen. So entstanden Freundschaften, die bis zuletzt hielten.

Während vier Jahren war Edi Wohler Einwohnerrat. Ab 1983 betreuten Stägers das damals neue Waldhaus der Ortsbürger. Auch hier waren sie ein eingespieltes Team. Leider verstarb Gritli 1999 viel zu früh. Diesen Verlust hat Edi nie ganz verwunden. Mit Friedi Dubler verband ihn eine lange Freundschaft. Nach dem Tod seiner grossen Liebe Gritli gab Friedi ihm die Lebensfreude zurück. Sie unternahmen Reisen und verbrachten gemeinsame Stunden, bis Friedi im Jahr 2011 überraschend verstarb.

Die Demenz machte sich bemerkbar

In den letzten sechs Jahren hatte Edi mit Viola Mezzasalma erneut eine tolle, liebe Frau an seiner Seite. Auch sie unternahmen Reisen, oft mit guten Freunden. Viel Freude hatte er auch an seinen sechs Enkel- und fünf Urenkel-Kindern. Sie bedeuteten ihm viel.

Leider machte sich in den letzten Jahren zunehmend eine Demenz bemerkbar. Deshalb verstand er die Corona-Einschränkungen überhaupt nicht, die soziale Isolation nahm ihm den Lebensmut. Trotzdem wurde sein grösster Wunsch erfüllt und er durfte bis zuletzt selbstbestimmt in seinem geliebten Haus leben.

Seine Kinder schreiben abschliessend: «Lieber Vater, du fehlst uns, dein feiner Humor, der Schalk in deinen Augen, deine klaren Meinungen, deine liebevolle, zurückhaltende Art. Doch du lebst in unseren Herzen, Erinnerungen und Gesprächen weiter. Wir werden Dich nie vergessen.» (az)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1