Wohlen
Der vielseitige Künstler aus dem Nachbardorf: Kultur im Gemeindehaus

Die Kulturkommission hat den Villmerger Künstler Ruschy Hausmann über die Dorfgrenze gelockt. Der 71-Jährige ist schon lange kreativ tätig.

Verena Schmidtke
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Vielseitiger Künstler im Gemeindehaus
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Franziska Hauser und Begleitung übernehmen den musikalischen Teil.
Franziska Hauser und Begleitung übernehmen den musikalischen Teil.
Hans Furter von der Kulturkommission.
Dr Dominic Notter hält eine Rede über seinen Schwiegervater Ruschy Hausmann.
Dr Dominic Notter, der Schwiegersohn von Ruschy Hausmann, hält eine Rede.

Vielseitiger Künstler im Gemeindehaus

Aargauer Zeitung

Ruschy Hausmann freute sich über das grosse Interesse an der Ausstellung und nahm sich gerne Zeit, Fragen der Gäste zu beantworten. Hans Furter von der Kulturkommission berichtete, wie überrascht er von der Vielseitigkeit des Villmerger Künstlers sei: «Ich kannte seine Sachen vorher nicht, aber seit ich in seinem Atelier war, bin ich sehr beeindruckt von seinen Bildern und Skulpturen.» Und dabei sei Hausmann bescheiden, es liege ihm nicht, sich aufzudrängen. Das sind durchaus sympathische Eigenschaften, befand Furter, die es einem im Kunstbetrieb und auch sonst im Leben heutzutage allerdings nicht immer leicht machen.

Leidenschaft für Kunst

Der 71-jährige Hausmann sei schon lange kreativ tätig, bereits als Knabe habe er immer Kontakt zu Kollegen gehalten, die Kunst studierten. Da sein Vater eine Schreinerei besass, sollte er einen «anständigen» Beruf lernen und wurde Schreiner. Dennoch blieb sein Interesse an der Kunst, so belegte er vor 40, 50 Jahren schon Fernkurse für Malerei. Als er mit einem Kollegen das Armenhaus in Villmergen renovierte, blieb wenig Zeit für die Kunst. «Aber dann stiess ich auf eine Kiste mit alten Malutensilien und war gleich wieder inspiriert.» Seitdem hat er in Aquarell und Acryl gemalt, mit Ton gearbeitet und Skulpturen aus Holz und Stein gehauen.

«Ich mag neue Sachen ausprobieren und mich weiterentwickeln», erklärt er. Und so ist er auch neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen, wie Hausmanns Schwiegersohn Dominic Notter in seiner Rede ausführt. Das Smartphone sei seine Agenda und über Facebook habe er inzwischen ein grosses Netzwerk an Künstlerkollegen.

Zudem sei er ein guter Organisator und lädt seit vielen Jahren mit einer Gruppe von Künstlern zu Ausstellungen ins Armenhaus ein. Die Werke Hausmanns kämen ohne Titel aus, denn er sei der Ansicht, die Betrachter sollen ohne eine Leitplanke im Kopf ihre Fantasie spielen lassen. Jeder hätte ja eine eigene Wahrnehmung.

Und wie Notter betonte, sei Ruschy Hausmann nicht nur Künstler, sondern auch Philosoph. Denn auf dessen Website heisst es: «Ob Skulptur oder Bild, Kunst soll ansprechen und den Betrachter in seinem Innersten berühren. Das geschieht nur dann, wenn der Künstler sagen kann: ‹Das Resultat bin einfach ich.›»

In der Wohler Ausstellung zeigt Ruschy Hausmann hauptsächlich aktuelle, abstrakte Kunstwerke. Wie es dazu kam? Als Hans Furter in seinem Atelier die neueren Werke sah, fand er sofort, die müssten gezeigt werden. Die Bilder beeindrucken durch Farbe und Technik. «An sich sind Ausstellungen ja nichts Neues für mich», erzählt Hausmann, «aber Wohlen ist schon speziell. Denn neben Muri ist Wohlen ja das kulturelle Zentrum hier in der Region.»

Ausstellung noch bis 13. November, Foyer Gemeindehaus Wohlen