Wohlen

Der veraltete Bahnhof soll endlich modernisiert werden

Der Mittelperron des Bahnhofs Wohlen soll modernisiert werden. aw

Der Mittelperron des Bahnhofs Wohlen soll modernisiert werden. aw

Der Gemeinderat Wohlen legt Machbarkeitsstudie vor, die zeigt, wie Bahnhof modernisiert werden soll. Unter anderem hat der Gemeinderat entschieden, dass die Busse weiterhin im westlichen Bereich halten.

Endlich, das heisst im vorliegenden Fall 2017. Das ist erst in vier Jahren. Aber immerhin liegt nun ein Papier vor, das konkret aufzeigt, was für Massnahmen zur Verbesserung der Situation am Bahnhof Wohlen sinnvoll und möglich sind.

Handlungsbedarf gibt es in mehreren Bereichen: Infrastrukturelle Mängel beim Bushof und der Haltestelle der Bremgarten–Dietikon-Bahn sowie den Unterführungen und auch die Perrons auf dem SBB-Bahnhof entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen

Insbesondere, weil ab Fahrplan 2016 das Direktzugangebot Zürich-Freiamt deutlich aufgewertet werden soll.

Verschiedene Varianten geprüft

Im November 2011 hat der Einwohnerrat einem Kredit für eine Machbarkeitsstudie zugestimmt. Diese liegt nun vor. Basis dafür bildete eine Analyse der Ausgangslage mit Bestandesaufnahme der Erschliessungen für die verschiedenen Verkehrsträger sowie den vorhandenen Parkierungs- und Abstellmöglichkeiten. In der Planung berücksichtigt wurden ferner die Absichten von SBB, Postauto und BDWM Transport AG und abgeklärt wurde auch, inwiefern Einschränkungen beim Betrieb von Freiverlad und Güterschuppen zur Vereinfachung der Situation beitragen könnten.

Von über zehn aufgezeigten Varianten wurden schliesslich fünf näher angeschaut. Unterschieden wurde dabei zwischen verschiedenen Konzepten. Jenen, die den Bushof im Bereich der heutigen Bushaltestellen sehen sowie jenen, welche den Bushof in östlicher Richtung (Bereich BD-Bahnhof, Freiverlad/Güterschuppen) verlegen möchten.

Bushof soll im Westen bleiben

Mit der Standortfestsetzung des Bushofes haben die Planer einen ersten Entscheid gefällt. Er soll dort bleiben, wo er ist. Damit, so die Erkenntnis, liessen sich die angestrebten Verbesserungen beim Umsteigen von Bahn auf Bus und umgekehrt leichter bewerkstelligen. Ins Auge gefasst wird dabei eine zusätzliche Unterführung vom Mittelperron in den Bereich der Bushaltestellen. Offen ist die Zukunft von Güterschuppen und Freiverlad. Im Rahmen einer längerfristigen Zielsetzung für die Entwicklung des Bahnhofareals stünden diese Entscheide noch bevor.

Mittelperron wird modernisiert

Kurzfristig (wie eingangs erwähnt in vier Jahren) soll die Infrastruktur an die Entwicklung des Bahnverkehrs angepasst werden. Bedingt durch verschiedene Infrastrukturausbauten im Aargau werden in Wohlen bald mehr S-Bahn-Züge mit direkter Verbindung nach Zürich halten. Weiter bietet die neue S25 stündliche Direktverbindungen nach Brugg.

Nötig ist eine Modernisierung des Mittelperrons. Er muss so erhöht werden, dass ein niveaugleiches Eintreten in die S-Bahn-Züge möglich ist. Das wird auch vom Behindertengleichstellungsgesetz so verlangt. Als Vorinvestition für die erwähnte zweite Personenunterführung müssen dabei auch die Lage von Gleisen und Weichen angepasst werden.

Verlängert werden muss der Mittelperron hingegen nicht. Er reicht auch für die künftig vorgesehenen, längeren Zugskompositionen aus. Auch der behinderten- und kindergerechte Zugang ist durch die bestehenden Rampen bereits gewährleistet. Hingegen werden die verlangten Sicherheitsabstände unterschritten. Der Perron muss breiter werden. Ergänzt werden soll die modernisierte Anlage mit einer neuen Beleuchtung sowie einer neuen Wartehalle.

Um Synergien zu nutzen, ist laut Gemeinderat anzustreben, die geplante neue Unterführung zusammen mit der Perronmodernisierung zu realisieren. Das muss nicht sein, für die Unterführung wird ein separates Projekt ausgearbeitet.

Kostenbeitrag vom Bund

Die in der vorliegenden Machbarkeitsstudie aufgezeigten Massnahmen dürften rund 10 Mio. Franken kosten. Weil das Projekt im Rahmen des Agglomerationsprogramms beim Bund frühzeitig eingereicht worden ist, kann mit einer Kostenbeteiligung von rund 35 % gerechnet werden.

Die Hauptlast der Massnahmen trägt ohnehin die SBB. Wohlen würde nach ersten Berechnungen lediglich mit knapp 200 000 Franken zur Kasse gebeten. Der entsprechende Kreditantrag wird vom Gemeinderat in der Vorlage gestellt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1