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Der Umgang mit Wulli Wuff will von den Kindern gelernt sein

In einem Kurs wird Kindern vermittelt, wie sie sich gegenüber Hunden richtig verhalten, um Unfälle zu vermeiden. In erster Linie sollen Ängste abgebaut, gleichzeitig aber der Respekt gefördert werden.

Dominic Kobelt
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Zuerst wird mit Wulli Wuff geübt, wie man korrekt an einem Hund vorbeigeht ...

Zuerst wird mit Wulli Wuff geübt, wie man korrekt an einem Hund vorbeigeht ...

Dominic Kobelt

Es ist laut in der Turnhalle. Die Kinder springen herum, werfen sich Schaumstoffbälle zu und kreischen, was die Lungen hergeben. Plötzlich aber übertönt ein lautes Bellen das Kindergeschrei. Augenblicklich erstarrt die Szene, wie in einem Theater. Zwei Hunde, Timo und Ayla, laufen zwischen den Kindern hindurch, schnüffeln hi und da – die Kinder dagegen versuchen angestrengt, nicht die Hunde anzublicken, was nicht immer gelingt. Denn eigentlich würde man sie ja doch gern streicheln.

In einem Hundekurs für Kinder vom 1. Kindergarten bis zur 3. Klasse sollen sie lernen, wie sie sich gegenüber Hunden am besten verhalten. «Still stoh, still si, Händ abe, weg luege», das sollen sie machen, wenn ein Hund ohne Herrchen auf sie zugerannt kommt und beim Ballspielen mitmachen möchte.

Dank einfachen Verhaltensgrundsätzen können gefährliche Situationen vermieden werden. Nicht an den Haaren ziehen, nicht beim Essen stören, einen Bogen um Hunde machen, wenn das Herrchen nicht da ist – mit Übungen lernen die Kinder, diese Regeln einzuhalten.

Dass der Kurs nicht auf sture Theorie setzt, sieht man den Kindern an: Luca strampelt mit den Beinen wie ein 100-Meter-Sprinter, während er die Hand in die Höhe streckt. Und tatsächlich, er darf vorzeigen, wie man korrekt in den Laden läuft, wenn draussen ein Hund angebunden ist. Beschwingten Schrittes läuft er weit an Wulli Wuff vorbei und beachet diesen auch nicht, als er zu winseln beginnt. Wulli Wuff ist zwar kein echter Hund, sondern nur ein Mensch im Hundekostüm, aber mit ihm können die Kinder hervorragend üben.

Denn auch wenn die vier Hunde ruhige und liebe Gemüter sind, eigenen sie sich nicht, um zu demonstrieren, warum man einen Hund nicht am Schwanz ziehen sollte.

«Prevent a bite» wird vom aargauischen Tierschutzverein angeboten und vom Kanton unterstützt. Im letzten Jahr wurde der Kurs 37 Mal durchgeführt. Die Hunde müssen eine Prüfung ablegen, bevor sie mit Herrchen oder Frauchen zu den Kindern dürfen.

«Wir machen positive Erfahrungen, die meisten Kinder reagieren sehr gut auf die Hunde», sagt Ursula Känel Kocher, die den Kurs leitet. «Manche Kinder haben Angst vor Hunden, andere haben aber auch zu wenig Respekt im Umgang mit den Tieren, was auch nicht gut ist», sagt sie.

Die letzte Übung ist wohl für die Hunde als auch für die Kinder die schönste. Einzeln treten sie vor, fragen die Hundebesitzer, ob sie den Hund streicheln dürfen. Dann rufen die Kinder Dandelion, Aika, Ayla oder Timo zu sich und dürfen endlich die Hunde streicheln.

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