Mutschellen

Der Umbau der Kreisschule läuft ab wie eine präzise Operation

Baukommissionspräsident Hans Gysel (rechts) und Kurt Döring, Leiter vom technischen Dienst, im Raum, in dem alle Hellraumprojektoren gelagert werden.

Baukommissionspräsident Hans Gysel (rechts) und Kurt Döring, Leiter vom technischen Dienst, im Raum, in dem alle Hellraumprojektoren gelagert werden.

Die Renovationsarbeiten an der Kreisschule laufen nach einem straffem Zeitplan. Der Zeitplan und die Kosten zwingen die Verantwortlichen, sportlich und sehr präzise zu planen.

Es ist gespenstisch im Gebäude eins der Kreisschule Mutschellen. Keine Schüler, nur ein riesiges, ausgehöhltes Schulhaus, wie ein abgeschlachteter und ausgeweideter Walfisch. Kabel und Rohre hängen wie Innereien von der Decke, die Wände sind nackt, tief aus dem Innern tönt ein Hämmern. Ein kleiner Bagger steht da, wo einmal der Mittagstisch entstehen soll, Fressspuren zeugen von seiner Arbeit. Was auf dieser Baustelle vor sich geht, ist aber keine Schlachtung, sondern eine hochpräzise Operation – zumindest in der Planung. Denn dass der Schulbetrieb trotz einjähriger Renovation aufrechterhalten werden kann, und dies ohne Provisorium, erfordert Flexibilität und Einsatz von allen Beteiligten.

Aufbau folgt auf Abbruch

Bis zum Jahresende musste die ganze Bez-Abteilung geleert sein; ausgemistet, was sich in 40 Jahren angesammelt hat. «Die Fachleute mussten Red und Antwort stehen, was wirklich noch benötigt wird – das alte Fotolabor hat heute zum Beispiel keinen Verwendungszweck mehr», erklärt Baukommissionspräsident Hans Gysel. Seit Januar sind nun die handwerklichen Arbeiten im Gang. Die alten Möbel wurden einem Hilfswerk gespendet, Baumeisterarbeiten vergeben, genauso Arbeiten an der Heizung, Lüftung und den Sanitären Anlagen. «Wir mussten beispielsweise ein Provisorium für die Elektronik installieren, damit in den anderen Gebäuden die Heizung noch funktioniert – wir können ja die Schüler nicht einfach frieren lassen.» Die Schule dürfe die Bauarbeiten nicht beeinflussen und umgekehrt, sagt Gysel.

Das Schulhaus ist schon fast völlig ausgeschlachtet.

Das Schulhaus ist schon fast völlig ausgeschlachtet.

Parallel zu den Abbrucharbeiten laufen jetzt die Vergaben der Gipsarbeiten, für verschiedene Arbeiten am Boden sowie für Maler- und Tapezierarbeiten. «Wenn der Abbruch fertig ist, müssen wir sofort mit dem Aufbau beginnen. Unser Ziel ist, dass wir bis Ende des Jahres fertig sind. Das ist ein straffer Zeitplan.» Dies nicht zuletzt, weil es bei Bauarbeiten naturgemäss immer wieder zu Überraschungen kommen kann. «Ein Knackpunkt könnte die Fassade sein, das sind komplexe Arbeiten», erklärt Gysel.

Auf den Fünfer genau

Die Baukommission muss auch genau planen, damit es nicht zu finanziellen Überraschungen kommt. Die Offerte der Firma Steiner (Zürich), die sich auf 15,2 Mio. Franken belief, wurde um rund 400 000 Franken abgespeckt, damit vom 17,24-Millionen-Sanierungskredit eine Tranche von 2,3 Mio. Franken anderweitig eingesetzt werden konnte. So für die Bauherrenberatung, den Generalplaner und eine Kostenreserve von 700 000 Franken und anderes. Abgespeckt wurde an verschiedenen Orten: Keine Dämmungen in der Turnhalle, keine Spezialverglasung beim Mittagstisch, auf eine neue Turnhallenbeleuchtung und auf die neuen Faltwände wurde verzichtet. Die Bodenbeläge im Turnhallen-Untergeschoss werden nur partiell ersetzt und manche Sonnenstoren werden weggelassen – überall, wo die Kosten nicht in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen, wurde gestrichen. «Die Kosten und die Zeit zwingen uns, sehr sportlich und sehr präzise zu planen», so Gysel. «Es gibt eine fortlaufende Kostenkontrolle. Alle drei Wochen hat die Baukommission eine Sitzung und wir wissen auf den Fünfer genau, wo wir stehen.» Besonders am Anfang müsse man den Gürtel eng schnallen. Je näher man dem Ziel ist, umso genauer die Endkosten-Schätzung.

Geld gespart hat man auch, indem der technische Dienst und die Lehrer bei der Räumung tüchtig mitgeholfen haben. Die Luftschutzkeller sind voll mit Hellraumprojektoren, Tierpräparaten aus dem Biologieunterricht und weiterem Schulmaterial. «Der technische Dienst musste rund ein Jahr im Voraus Arbeiten planen. Während des Umzugs hat man keine Zeit, auch noch den Rasen zu mähen», erklärt Kurt Döring, Leiter vom technischer Dienst.

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