Wohlen
Der Ukraine-Hilfskonvoi ist startklar – vier Lastwagen fahren Richtung Osten

Am Wochenende fahren vier Lastwagen des Vereins Help-Point Sumy mit total 46 Tonnen Hilfsgütern Richtung Osten.

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Bezirksspital in Sumy: provisorische Betten, miese sanitäre Einrichtungen und viel zu wenig Medikamente.

Bezirksspital in Sumy: provisorische Betten, miese sanitäre Einrichtungen und viel zu wenig Medikamente.

Seit 2005 bringt der Verein Help-Point Sumy regelmässig humanitäres Material in die Ukraine. Nach einem Unterbruch wegen der kritischen Sicherheitslage im letzten Jahr startet dieses Wochenende der zweite Konvoi 2015 in die Ukraine. Mit vier Lastwagen werden 46 Tonnen Hilfsgüter für Spitäler, Heime, Schulen und Kindergärten nach Sumy transportiert. Hinzu kommt ein Streifenwagen für die lokale Polizei in Sumy. Das Fahrzeug wurde bei der Kantonspolizei St. Gallen altershalber ausgemustert, ist aber technisch in einem guten Zustand.

«Die Situation ist schwierig»

Aus der Ukraine kommen in den letzten Tagen und Wochen fast nur negative Meldungen: Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und von Russland unterstützten Separatisten im Osten sind wieder aufgeflammt, die Wirtschaft schrumpft massiv, die Währung verliert weiter an Wert, die Preise steigen. «Für die Menschen ist die Situation sehr schwierig», sagt Marianne Piffaretti aus Wohlen, die Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy. Sie ist diese Woche nach Sumy gereist, in jene Stadt, die der Verein seit zehn Jahren unterstützt.

In der Nordukraine fehlt es an vielem, wie ein Besuch im Bezirksspital Sumy beim ersten Hilfskonvoi im April zeigte. Im baufälligen Gebäude stehen veraltete medizinische Geräte, die sanitären Einrichtungen sind in einem schlechten Zustand, in den kleinen Zimmern stehen Drahtbetten mit dünnen Matten und Wolldecken .

«Bedarf weiterhin gross»

«Es gibt auch nach zehn Jahren unserer Hilfe in Sumy noch viel zu tun», sagt Marianne Piffaretti. Das bisherige Engagement zeige sehr wohl Wirkung, allerdings sei der Bedarf nach Hilfsgütern weiterhin gross. «Gerade heute, wo dem Staat das Geld für die Spitäler und Heime in den Regionen fehlt, ist unser Material speziell willkommen», erklärt die Vereinspräsidentin.

«Sicherheit gewährleistet»

Marianne Piffaretti, die bereits in Sumy weilt, um die letzten Vorbereitungen vor der Ankunft des Konvois zu treffen, rechnet nicht mit grösseren Schwierigkeiten beim Transport. «Selbstverständlich sind die Strassen auf einigen Abschnitten schlecht, die Zollabfertigung dauert rund sechs Stunden – aber die Sicherheit der freiwilligen Fahrer ist absolut gewährleistet», erklärt sie.

Sumy liegt rund 500 Kilometer vom Konfliktgebiet im Osten des Landes entfernt, zudem wird der Transport von der ukrainischen Polizei begleitet. «Ich freue mich jetzt schon, den Konvoi in Sumy begrüssen zu können», sagt Marianne Piffaretti. Im September 2015 ist ein dritter Transport geplant. Insgesamt sollen dieses Jahr elf Lastwagen mit Hilfsgütern nach Sumy fahren. (az)