Hägglingen

Der Strohhut lebt – Hutwerkstatt kreiert sechs neue Freiämter Modelle

Hut ab: Neu sind in der Freiamt-Kollektion Sarmenstorfer/in, Oberrüterin, Hilfikerin, Beinwiler/in, Zufiker/in und Beriker/in vertreten. Mathias Marx

Hut ab: Neu sind in der Freiamt-Kollektion Sarmenstorfer/in, Oberrüterin, Hilfikerin, Beinwiler/in, Zufiker/in und Beriker/in vertreten. Mathias Marx

Die Risa Hutwerkstatt AG hat die hauseigene Freiämter Kollektion um sechs Modelle erweitert. Geht es nach dem Unternehmen, soll nun ein Revival des Strohhuts eingeläutet werden. Hutmacher Kurt Wismer hat sich an der Kollektion ebenfalls beteiligt.

Strohhüte aus Wohlen waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts in der ganzen Welt bekannt. Dann kamen Kopfbedeckungen aus der Mode, was den Niedergang der Industrie zur Folge hatte. Zwei Unternehmungen, die Geflechtfabrik Tressa AG und die Risa Hutwerkstatt AG, konnten sich indes auf dem Markt behaupten. Zusammen mit Hutmacher Kurt Wismer haben sie eine Strohhut-Kollektion realisiert: traditionell, topmodern – und erfolgreich.

Von der Geflechtfabrik inspiriert

Behutsam wendet Pila Ristic den Röhrlihut, einen traditionellen Strohhut aus Weizen- oder Roggenstroh. Im Innern des Kopfteils, auch «Stumpen» genannt, näht sie gerade ein Lederband von Hand an. Dann zerschneidet sie ein dunkles Band, wickelt es aussen um den Hut und näht es bei der Krempe an den Stumpen. Mit Nadel und Garn bindet sie aus zwei Stückchen Band ein Mäschchen. Und fertig ist der Röhrlihut.

Seit 26 Jahren arbeitet Ristic in der Risa Hutwerkstatt AG. Die Arbeit gefällt ihr nach wie vor. Gerade die Strohhut-Kollektion bereitet ihr Freude. «Stroh ist ein natürliches Material, sehr angenehm», sagt sie.

Eigentlich verdiente die Hutwerkstatt ihr Geld in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich mit Filzhüten. Die Zeit der Strohhüte schien vorbei zu sein. Vor zweieinhalb Jahren war Geschäftsführer Julian Huber dann bei der Geflechtfabrik Tressa AG in Villmergen zu Gast. Diese «Urfirma» der Wohler Strohindustrie besitzt einen alten Flechtstuhl und somit die Möglichkeit, Strohgeflechte herzustellen. Huber war hin und weg. Er kaufte die Geflechte, vernähte sie und entwarf 18 Hutmodelle: die Freiämter Kollektion.

Kein alter Hut

Jeder Hut der Kollektion trägt den Namen einer Freiämter Gemeinde. Unter den Hüten ist auch ein traditioneller Freiämter Röhrlihut, der vom Hutmacher Kurt Wismer hergestellt wird. Allen Hüten gemeinsam ist die Kombination von traditionellen und modernen Elementen. Alte Nähtechnik beispielsweise wird mit modernen Teilen verbunden. Die Kollektion kommt bei der Kundschaft sehr gut an und wird mittlerweile in verschiedenen Geschäften in der ganzen Schweiz vertrieben.

Der Erfolg hat dazu geführt, dass Julian Huber die Kollektion um sechs Modelle erweitert hat. «Ich wünsche mir, dass die Kollektion von Hägglingen aus die Welt erobert», sagt Huber, «und damit das Freiamt und meine Gemeinden bekannt machen.» Huber verrät noch etwas: Wenn er seine Modelle entwerfe, denke er immer an eine bestimmte Person, die er aus der Gemeinde kenne. Ein Hut müsse in erster Linie zu ihr passen.

Hutmacher demonstriert Können

An der Vernissage am Donnerstag zeigte die Risa Hutfabrik, wie bei ihr gearbeitet wird. Modistin Sandra Fischer sass an der Nähmaschine und nähte Geflechte in einem raschen Tempo zu einem Kopfteil zusammen. Anhand eines Holzmodells prüfte sie, ob die Grösse stimmt. Viele der hölzernen Modelle für die Herstellung von Hüten sind sehr alt.

Auch Hutmacher Wismer, der ein eigenes Atelier führt, demonstrierte sein Können. Wismer verknüpft Strohhalme, die vorher getrocknet und gebleicht werden mit einem Faden miteinander. Ein hölzernes Oval, um das er die Halme legt, bestimmt dabei die Form.

Alle Hüte gibt’s an den Tagen der offenen Tür zu sehen und zu kaufen.

Risa Hutwerkstatt: Tage der offenen Tür

Donnerstag, 2. Mai: 17 bis 20 Uhr

Freitag, 3. Mai: 14 bis 19 Uhr

Samstag, 4. Mai: 2013 10 bis 14 Uhr

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