Der Schritt um 4 auf 103 Prozent empfand auch Gemeindeammann Josef Etterlin «als relativ unangenehm».

Aber er legte die Notwendigkeit dar: Viele Aufwendungen, die vom Kanton auf die Gemeinden überwälzt werden, seien nicht beeinflussbar. Allein die Restkosten Pflegefinanzierung kosten neu 560000 Franken. Die Mehrbelastung durch den Kanton beträgt 1,2 Mio. Franken. Ausserdem sei ein Rückgang des Steuerertrages natürlicher Personen zu beklagen.

«Zusammenstreichen»

Benjamin Brander ortete «ein paar Posten im Budget, die man zusammenstreichen könnte». Die SVP stelle jedoch keine einzelnen Streichungsanträge. «Aber wenn wir den Steuerfuss beibehalten, ist der Gemeinderat gezwungen, nochmals über die Bücher zu gehen.» Die SVP plädierte deshalb für die Beibehaltung eines Steuerfusses von 99 Prozent. Herbert Strebel hingegen beantragte im Namen der CVP, den Steuerfuss zu erhöhen.

2007 sei der Fehler gemacht worden, den Steuerfuss zu senken. Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik verlange heute nach der Steuerfusserhöhung. Der Antrag der SVP Muri hatte keine Chance, er wurde mit 122 zu 24 Stimmen abgelehnt. Die Stimmberechtigten genehmigten den Voranschlag 2011 mit einem Steuerfuss von 103 Prozent.

Kindergarten wird erweitert

Anders als der Gemeinderat ist die FDP Muri der Ansicht, dass die Erweiterung des Kindergartens Badweiher auch für 600000 Franken möglich wäre und nicht, wie der Gemeinderat beantragte, 680000 Franken kosten sollte. Entsprechend stellte Jörg Weiss den Antrag auf Reduktion des Kredites. Auch Benjamin Brander von der SVP schienen die Kosten zunächst hoch, er kam aber zum Schluss, dass das Projekt wie vorgesehen verfolgt werden soll.

«Aber der Gemeinderat muss versuchen, die Kosten noch runterzuholen. Man muss nicht immer alles ausgeben, was budgetiert ist.» Herbert Meier, Mitglied der Schulpflege, unterstützte den Antrag des Gemeinderates. Für die Entwicklung der Kinder müsse der nötige und zweckdienliche Raum zur Verfügung gestellt werden. «In Zukunft werden die Anforderungen an die Infrastruktur weiter steigen, nachträgliche Erweiterungen sind teuer.» Gemeinderat Ueli Frey machte klar, dass mit 600000 Franken das angestrebte Konzept nicht realisierbar wäre. Der Antrag von Jörg Weiss wurde mit 90 zu 53 Stimmen abgelehnt, dem Antrag des Gemeinderates klar zugestimmt.

Problemlose Einbürgerungen

Verschärfte Strafbestimmungen gegen Abfallsünder fanden genauso die Genehmigung wie die Bereinigung der Vermögenswerte des Alterswohnheims St. Martin. Letztere hätten keinen Einfluss auf die Bewohner oder die Pflegetaxen, wie Vizeammann Hampi Budmiger ausführte. Die Kreditabrechnung Kirchbühlstrasse Ost wurde genauso genehmigt wie die sechs Einbürgerungen.

Diesmal klappte es auch für Sadete Bislimi, der im ersten Anlauf wegen irrtümlicher Informationen aus dem Kanton an die Gemeinde die Einbürgerung vom Gemeinderat verwehrt worden war. Schliesslich verabschiedete der Gemeinderat Marcel Laubacher, Hauswart im Schulhaus Bachmatten. An der Versammlung beteiligten sich 157 von 4337 Stimmberechtigten.