Wohlen
Der Steuerfuss soll nächstes Jahr von 113 auf 116 Prozent steigen

Der Gemeinderat Wohlen macht ernst. Wie er es in der Güsel-Debatte angetönt hat, soll der Steuerfuss ansteigen. Anders, sagt Finanzminister Matthias Jauslin, seien die anstehenden Aufgaben kaum mehr zu finanzieren.

Toni Widmer
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Wohlen will die Steuern von 113 auf 116 erhöhen

Wohlen will die Steuern von 113 auf 116 erhöhen

Fabian Muster

Das wird zu reden geben: Der Gemeinderat Wohlen will den Steuerfuss im nächsten Jahr von 113 auf 116 Prozent anheben. Nur so, sagt er, könnten mittelfristig die zukünftigen Ausgaben finanziert werden und das operative Ergebnis auch ohne ausserordentliche Erträge positiv sein. Mit der geplanten Steuererhöhung, erklärt der Gemeinderat weiter, erfülle er auch eine Forderung der Finanzkommission. Diese habe bei der Beratung des letztjährigen Budgets Massnahmen zur Verbesserung der Finanzsituation verlangt.

Der Gemeinderat hat am 19. August das Budget 2014 verabschiedet, welches erstmals nach dem Harmonisierten Rechnungsmodell 2 (HRM2) erstellt worden ist. Diese neue Rechnungslegung verlangt eine Anlagenbuchhaltung. Für Wohlen wirkt sich das zurzeit noch positiv aus. Zwar rechnet der Gemeinderat für 2014 bei einem Aufwand von 66,5 Millionen und einem Ertrag von 63 Millionen Franken mit einem Defizit von 3,2 Millionen Franken.

Durch das neue Rechnungsmodell können jedoch ausserordentliche Erträge generiert werden und so wird aus dem Defizit letztlich dennoch ein positives Gesamtergebnis von 1,2 Millionen Franken.

Das ist allerdings nur buchhalterisch von Relevanz. Die Finanzsituation von Wohlen wird damit effektiv nicht besser.

Finanzminister Matthias Jauslin erinnert an die Güsel-Debatte: «Der Gemeinderat hat klar signalisiert, dass der Verzicht auf die geplanten Gebührenanpassungen einem Einnahmenverlust von rund 850'000 Franken entsprechen würden. Ungefähr so viel können wir mit der geplanten Steuerhöhung wettmachen.»

Jauslin vertritt die Ansicht, dass in Wohlen eine Trendwende reif sei: «Es ist an der Zeit, dass wir Geld in die Hand nehmen, um die anstehenden Projekte an die Hand nehmen und finanzieren zu können.» Ohne zusätzliche Einnahmen werde es immer enger und auf die Dauer könnten Projekte wie Badisanierung, Schulraumerweiterung und -Sanierung, Bahnhofum- und Ausbau, Sanierung der Zentralstrasse usw. nur schwer oder gar nicht finanziert werden.

Man könne, sagt Jauslin, nicht einfach weiterhin alle notwendigen Investitionen hinausschieben und der nächsten Generation überlassen. Irgend einmal müsse man zupacken. Der Gemeinderat sei sich bewusst, dass eine Steuererhöhung wenig populär sei. Aber er sei überzeugt, dass auch der Einwohnerrat und die Bevölkerung die Notwendigkeit einsehen würden.

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