Wohlen

Der Speck muss weg: Doppelt so viele Fitnessabos seit Anfang Jahr

Patrick Iten vom Fitnesscenter Acropolis in Wohlen instruiert einen seiner zahlreichen neuen Kunden. DBI

Patrick Iten vom Fitnesscenter Acropolis in Wohlen instruiert einen seiner zahlreichen neuen Kunden. DBI

Die Fitnessstudios in der Region werden im neuen Jahr richtiggehend überrannt. Viele Neujahrsvorsätze werden aber nicht lange durchgehalten – Fitnessberater Patrick Iten kennt das Problem.

Aufhören zu rauchen, gesünder leben, mehr Sport treiben – das sind beliebte Vorsätze fürs neue Jahr. Das Problem: Meistens scheitern sie schon nach wenigen Tagen.

Diese Erfahrung macht auch Patrick Iten, Filialleiter des Fitnesscenters Acropolis in Wohlen. Anfang Jahr wird sein Center immer fast überrennt von neuen Kunden, die
ihren Pfunden den Kampf angesagt haben.

«Die Anzahl der Abonnenten hat sich in diesem Monat bereits verdoppelt», verrät er. Männer wollen laut Iten Muskeln aufbauen, Frauen ihre Figur straffen. Es gäbe sogar eine ganze Familie, die seit Januar mit der Grossmutter im Fitnesscenter erscheint.

Vorsatz soll Gewohnheit werden

«Leider ist dieser Boom nur kurzfristig», bedauert er. Viele Kunden würden nach zwei Monaten die Motivation verlieren und gar nicht mehr oder nur noch unregelmässig kommen.

Dann droht jedoch der berühmte Jo-Jo-Effekt. Liegt das Scheitern an mangelndem Durchhaltevermögen oder an falscher Vorbereitung? Nein, sagt Patrick Iten. Meistens liege es daran, dass der Rhythmus noch nicht in den Alltag integriert wurde.

«Es dauert zwei bis drei Monate, bis der innere Schweinehund überwunden ist. Danach wird das Training zur Gewohnheit.» Sein Ratschlag: Die Termine fest in den Kalender einplanen.

Es lohnt sich, durchzuhalten, denn: «Viele sind motivierter, weiterzumachen, wenn sie den Erfolg sehen und spüren.» Um überhaupt so weit zu kommen, heisst es aber zuerst einmal: schwitzen und durchbeissen.

Alles nur Kopfsache

Dass viele Vorsätze wieder gebrochen werden, bestätigt auch Kioskinhaberin Selima Pakaski: «Seit Anfang Jahr haben wir keinen Rückgang im Verkauf der Tabakwaren oder Süssigkeiten festgestellt.»

Um herauszufinden, wie gut Neujahrsvorsätze tatsächlich eingehalten werden, hat die az Freiamt eine Umfrage auf den Wohler Strassen gemacht (siehe unten). Wie die Umfrage mit sechs Passanten zeigt, haben die meisten schon Erfahrung mit gescheiterten Vorsätzen gemacht.

Der 33-jährige Stefan Ursprung meint: «Die Umsetzung ist reine Kopfsache.» Er hat schon ein paar Mal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören – 2014 will er nur reduzieren. «Ein Vorsatz sollte realistisch sein», findet auch der Rentner Peter Muntwyler. Dann sei auch die Chance auf Erfolg grösser.

Und auch wenn es nicht mit jedem Vorsatz klappt, Patrick Iten räumt ein: «Zwei Monate ins Fitnesscenter zu gehen, ist sicher gesünder, als gar nichts zu machen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1