Waltenschwil
Der Spatenstich zur neuen Hunde-Auffangstation ist erfolgt

An der Dorfstrasse in Waltenschwil eröffnet in knapp einem Jahr eine neue Hunde-Auffangstation. Sie soll Platz für 36 Hunde bieten. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, muss aber noch ein bestehendes Gebäude abgerissen werden.

Dominic Kobelt
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Evelyne Bader vollzieht mit einer bunt geschmückten Schaufel den Spatenstich. kob

Evelyne Bader vollzieht mit einer bunt geschmückten Schaufel den Spatenstich. kob

Dominic Kobelt

Es sind auffallend viele Hunde – insbesondere Windhunde – auf der Baustelle in Waltenschwil, als Evelyne Bader mit dem blumenverzierten Spaten in die Erde sticht. Einer der anwesenden Hunde buddelt in der Erde, als ob er einen Beitrag zu den Bauarbeiten leisten wolle. Vielleicht ahnt er ja, was hier entstehen soll: eine Auffangstation für Hunde.

Der Verein New Graceland kümmert sich vor allem um Windhunde aus Spanien, er versorgt sie medizinisch, päppelt Hunde auf und vermittelt sie in Familien. Warum aber gerade Windhunde aus Spanien?

«Die Hunde werden dort zur Jagd eingesetzt. Ende der Jagdsaison werden nur die besten für die Zucht zur nächstjährigen Jagdsaison behalten, die anderen hängt man an Bäumen auf oder noch viel Schlimmeres. Wir haben schon grausame Sachen erlebt», sagt Vereins-Vizepräsident Andrej Poljanc.

Seit 22 Jahren Hunderetterin

Den Verein gegründet hat vor 14 Jahren Evelyne Bader, die immer noch Präsidentin ist. «Eigentlich mache ich das schon seit 22 Jahren. Zuerst privat, dann gründete ich einen Verein», erklärt sie.

Auch sie beschreibt die Zustände in Spanien als schrecklich. In der Zwischenzeit sei man vor Ort wenigstens so weit, dass ein Teil der Hunde von den Jägern in spanische Tierheime abgegeben würden.

«Die sind aber so überfüllt, dass sie schnell keine neuen Tiere mehr aufnehmen können, dann werden die Tiere nach 21 Tagen eingeschläfert.»

Bader betont, es sei wichtig, dass man Hunde nicht einfach von einem Fremden an der Tankstelle kaufe: «Es gibt viele Leute, die selber Hunde mitnehmen, um sie dann hier zu verkaufen. Meistens wurden bei diesen Tieren aber keine medizinischen Abklärungen durchgeführt.»

Hundebesitzer werden betreut

Einen weiteren Vorteil, den die Hundebesitzer haben, die ein Tier von New Graceland bei sich aufnehmen: «Die Leute werden gut betreut. Sollte sich jemand durch den Hund überfordert fühlen oder ihn aus irgendeinem Grund nicht mehr behalten können, nehmen wir ihn zurück», sagt Poljanc.

Auch die Ferienbetreuung übernimmt der Verein. «Wir wollen nicht, dass unsere Tiere plötzlich in Tierheimen auftauchen.»

In der Hundeauffangstation in Waltenschwil, die voraussichtlich im April/Juni nächsten Jahres eröffnen wird, hat es Platz für 36 Hunde.

Momentan wird noch ein Gebäude auf dem Grundstück abgerissen, bevor mit dem eigentlichen Bau begonnen werden kann. «Es ist ein Aufbruch in eine neue Ära», freut sich Bader. Momentan ist die Station in Bilten (GL) zu Hause.

Hunde sind immer an der Leine

Der Neubau in Waltenschwil, in dem bald Dutzende Hunde untergebracht werden sollen, wurde auch kritisch beurteilt.

Es habe Bedenken vonseiten der Jagdgesellschaft, des Försters und der Gemeinde gegeben, besonders weil sich die Station in einer Landwirtschaftszone befinde, in der es auch Wild gebe, sagt Poljanc. Die meisten Tiere seien schliesslich Jagdhunde.

«Natürlich werden wir aber die Hunde bei Spaziergängen immer an der Leine halten. Die sind sonst sowieso viel zu schnell», sagt Poljanc.

«Es hat lange Zeit gedauert, bis wir zu einer einvernehmlichen Lösung gelangt sind. Ich verstehe aber die Bedenken, die geäussert wurden und freue mich, dass mit dieser Lösung alle zufrieden sind» , so Poljanc.