Villmergen/Dottikon
Der Sinnespark und vier Coronafälle beschäftigen den Altersheimverein

Das Projekt des Altersheimverein Villmergen/Dottikon wird positiv aufgenommen: 77 Prozent der Finanzierung ist sichergestellt. Weniger erfreuliches gibt es von der Corona-Front zu berichten: Vier Bewohnende sind betroffen.

Nathalie Wolgensinger
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Wo heute noch verwaiste Spielgeräte stehen, lockt in zwei Jahren ein Sinnespark zum Entdecken.

Wo heute noch verwaiste Spielgeräte stehen, lockt in zwei Jahren ein Sinnespark zum Entdecken.

Aargauer Zeitung

Es waren hehre Ziele, die Mike Lauper, der Präsident des Altersheim-Verein Villmergen/Dottikon an der GV im August dieses Jahres den Mitgliedern präsentierte: Die benötigten 1,3 Mio. Franken für den Sinnespark sollten mehrheitlich mit Spendengeldern gedeckt werden. Da dürfte manch einer einer der anwesenden leer geschluckt haben. Gestern nun - bloss vier Monate später - konnte Lauper nicht ohne Stolz vermelden, dass 197 Unterstützer gemeinsam einen Betrag von 910 000 Franken gespendet haben.

Darunter sind namhafte Zuwendungen der Ortsbürgerstiftung (200 000 Fr.), von Swisslos (150000 Fr.) und der drei Trägergemeinden (100000 Fr.). Das ambitionierte Ziel des Präsidenten, mindestens 500 000 Franken zu sammeln, ist damit erreicht. Lauper ist zuversichtlich, dass es gelingt, über eine Million Franken an Spendengeldern zu generieren. «Diese breite Abstützung ist schön und zeigt, wie gross die Identifikation mit unserer Institution ist», freute er sich.

Der Sinnespark soll Jung und Alt begeistern

Das Projekt Sinnespark ist eines der Vorhaben des umfangreichen Strategieprojektes 2020. Dazu gehört unter anderem der Umbau des Erdgeschosses. Die darin befindliche Cafeteria konnte in Betrieb genommen werden. Vorerst wird das «Aperto» von den Bewohnenden und Angestellten frequentiert. Die Eröffnung wurde aufgeschoben.

Nicht aufgeschoben wurden die Arbeiten am Sinnespark. Während den vergangenen Wochen und Monaten fanden diverse Workshops statt, in denen man sich mit der Detailplanung befasste. «Wir freuen uns sehr, dass sich Spezialisten aus der Region für eine Mitarbeit bei uns meldeten», so Lauper. Unter anderem ist dies Herbert Strebel, Präsident des Kneipp-Vereins Muri, der bei der Planung der Kneipp-Anlage mitmacht. Nebst der Anlage werden ein Kleintierpark, eine Pétanque-Anlage, ein Naturgarten und verschiedene Kinderspielplätze das Publikum in die obere Mühle locken. Im Frühjahr 2022 soll die Anlage der Öffentlichkeit übergeben werden. Der Sinnespark wird bestimmt dazu beitragen, dass es der Institution gelingt, sich vermehrt gegen aussen zu öffnen.

Erst gilt es nun, das Bewilligungsverfahren zu durchlaufen. Die Baubewilligung für die erste Phase ist erteilt, jene für die zweite Phase ist noch ausstehend. Da müssen noch Details hinsichtlich der Umgebungsgestaltung ausserhalb der Bauzone geklärt werden.

Corona - vier Bewohnende sind betroffen

«Unser Alltag wurde massiv beeinflusst, wir mussten lernen mit erschwerten Bedingungen zu leben», blickte Geschäftsleiterin Marianne Busslinger auf die letzten Monate zurück.
Seit Beginn der zweiten Welle waren vier Bewohnende und vier Mitarbeiterinnen von Corona betroffen. «Es ist eine stete Gratwanderung zwischen Selbstverantwortung und Schutz der vulnerablen Bewohner», kommentierte sie. Derzeit sind Wohngruppen in Villmergen und Dottikon noch in Isolation.

Es sei schwierig eine Prognose für die Festtage zu stellen. Da müsse man flexibel bleiben und situativ entscheiden, ob man gemeinsam in der Wohngruppe feiern könne. Sie zähle in dieser Hinsicht auf das erprobte Durchhaltevermögen der Bewohner und auf achtsame Angehörige.

Budgetziele werden voraussichtlich erreicht

Mike Lauper wagte einen Blick in die Jahresrechnung. Diese falle positiv aus, man werde die Budgetziele erreichen und sogar Rückstellungen tätigen können. Dies ist nicht selbstverständlich, übernahm man doch zu Beginn des Jahres das Dottiker Alterszentrum «Wohnen an der Bünz».