Immobilienblase
Der Schlüssel zum Hausverkauf ist eine gute Verkehrsanbindung

Nicht alle glauben an eine Immobilienblase: Das Freiamt hat keine beunruhigenden Leerwohnungszahlen. Vor allem in Regionen mit zuverlässigem Verkehrsanschluss ist Wohnraum nach wie vor gefragt.

Andrea Weibel
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In der Überbauung «Riverside» in Wohlen konnten seit November 2011 36 der 42 Wohnungen vermietet werden. fh

In der Überbauung «Riverside» in Wohlen konnten seit November 2011 36 der 42 Wohnungen vermietet werden. fh

Im Aargau gibt es Anzeichen für eine Immobilienblase – das zeigt eine neue Studie der ETH. Es könnte immer schwieriger werden, Häuser und Wohnungen zu vermieten oder zu verkaufen. Pascal Roth, Inhaber der Badener André Roth AG, rät Investoren, die Objekte sorgfältig und vorsichtig zu prüfen. Allerdings glaubt er nicht an eine Immobilienblase.

«Es herrscht derzeit eine Entschleunigung, die Vermarktungsdauer wird länger, das merkt man auf jeden Fall.» Allerdings liege das im Freiamt vor allem an der peripheren Lage sowie der teilweise hohen Bautätigkeit der letzten Jahre. Einige Dörfer seien noch wenig erschlossen.

Schnellbus wirkt sich aus

«In gut erschlossenen Orten geht die Vermarktung auch schneller. Bei einem unserer Projekte in Bremgarten haben wir beispielsweise drei Monate vor Bezug bereits 80 Prozent vermietet, denn Bremgarten ist mit dem Schnellbus sehr gut erreichbar.»

Auch Andreas Burlet, Makler der Remax Mutschellen, sieht im Gebiet Bremgarten/Mutschellen, dass Immobilien schneller vermarktet werden können. Auch er begründet das mit der guten Verkehrsanbindung. In kleineren Dörfern, die im Freiamt häufig sind, sei es wesentlich schwieriger, Immobilien zu verkaufen. «Die Leute möchten Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, den Bahnhof und am liebsten noch den Flughafen vor der Haustüre haben, den Lärm allerdings nicht», verdeutlicht Burlet.

Nur wenige Leerwohnungen

Die rege Bautätigkeit im Unterfreiamt könnte den Schluss zulassen, dass sehr viele leerstehende Wohnungen zu finden sind. In der Überbauung Riverside in Anglikon sind beispielsweise erst 36 der 42 Wohnungen vermietet, obwohl sie schon Ende 2011 fertiggestellt worden ist. Insgesamt weist das Freiamt aber keine beunruhigenden Leerwohnungszahlen auf, wie ein Blick auf die Statistik (Stand: Juni 2012) des Kantons beweist. In Wohlen stehen laut der Statistik 130 von 6773 Wohnungen leer. In Villmergen, wo derzeit eine enorme Bautätigkeit herrscht, sind es sogar nur 62 von 2764 Wohnungen, die leer stehen. «Wir stellen fest, dass erstaunlich viele junge, unverheiratete Leute nach Villmergen ziehen», erläutert André Zehnder, Bauverwalter in Villmergen.