Die Türe des Kindergartens Biene in Sarmenstorf öffnet sich einen Spalt. Zwei Mädchen und ein Junge strecken mit neugierigem Blick ihre Köpfe hinaus und schauen sich suchend um. «Wir warten auf den Samichlaus», verkündet eines der Mädchen. Der ist aber noch nicht da. Die Kinder verschwinden wieder im Inneren des Gebäudes. Plötzlich erklingt aus der ferne eine Glocke. Langsam kommt das Geräusch näher und die Töne werden lauter. Es ist der Samichlaus in Begleitung seiner beiden Gehilfen. «Samichlaus!», ertönt ein Chor von Kinderstimmen als der Mann mit dem weissen Bart in seinem violetten Gewand und die beiden Schmutzli in ihren schwarzen Umhängen den Raum betreten, wo die Kindergärtler ungeduldig auf ihren Stühlen herumrutschen. Sobald sich der Chlaus hinsetzt, wird es ganz still im Raum. Er beginnt mit seiner Geschichte.

Der Chlaus will zu Hause bleiben

Eigentlich wollte er gar nicht vorbeikommen, erzählt der Samichlaus. Die Augen der Kindergärtler werden gross. Er habe an einem kalten Wintermorgen in seiner Hütte im goldigen Buch gelesen, dass die Kinder oft unruhig und laut seien und nicht gut aufräumen. Im Raum ist es mucksmäuschenstill. «Alle Jahre muss ich mit den Kindern schimpfen – darauf habe ich keine Lust mehr», sagte der Samichlaus an jenem Morgen zu sich selbst. Und zu seinem Eseli: «Graupelzchen, dieses Jahr bleiben wir zu Hause.» Das Tier antwortete mit einem zustimmenden «i-ah». Im Kindergarten bleibt es still.

Der Samichlaus erzählt weiter. Einige Tage nach seinem Entscheid klopfte eine Meise ans Fenster der Chlaushütte und erzählte, dass die Kindergärtler in Sarmenstorf fleissig bastelten. Bald darauf besuchten ihn ein Eichhörnchen, eine Maus und ein Fuchs, und sie erzählten von den emsigen Advents-Vorbereitungen im Kindergarten Biene. Von den Gedichten und Liedern, dem Lebkuchen und dem Apfelmus und wie schön die Kinder mit den Bauklötzen spielen. Der Samichlaus wurde stutzig und meinte: «Du, Eseli, es ist ja gar nicht so schlimm, wie ich gedacht habe.» So beschloss der bärtige Mann, die Kinder doch zu besuchen. Dazu sagt Kindergärtnerin Judith Mathis: «Wir haben uns sehr gefreut.» Und ihre Schützlinge ergänzen im Chor: «Jaaa!» Die Stimmung ist wieder heiter.

Mandarinli und Nüsse

Nun liest der Samichlaus aus dem goldenen Buch vor, was die Kinder dieses Jahr gut gemacht haben: Die Grossen helfen den Kleinen, alle können lange stillsitzen und sich gut konzentrieren. Bevor der Samichlaus zum Abschluss den Sack voller Mandarinli, Lebkuchen und Nüssen auf den Boden ausleert, tragen die Kindergärtler ein Gedicht und ein Lied vor. Letzteres handelt von einer Begegnung mit dem Chlaus, und es wird aus vollen Lungen gesungen: «Samichlaus du bisch es gsi, begleitet vom Laterneschii, mit diner rote Chote und em Sack us Jote!»

Experten bieten Training für Samichlaus-Esel (und Schmutzlis) an:

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Die vielleicht grösste Angst des Samichlaus: dass der Esel stehenbleibt. Damit das nicht passiert, braucht es Training für Mensch und Tier. Die Esel-Experten Edith und Wolfgang Müller aus Grasswil BE bieten solche Kurse auf ihrem Hof an.