Unteres Bünztal

Der Regionalplanungsverband will keine Einkaufszentren an der Peripherie

Luftaufnahme vom Bünztal, im Vordergrund die Agglomeration Wohlen, am linken Bildrand die Gemeinde Villmergen.

Luftaufnahme vom Bünztal, im Vordergrund die Agglomeration Wohlen, am linken Bildrand die Gemeinde Villmergen.

Der Regionalplanungsverband legt im Regionalen Entwicklungskonzept Zukunftsstrategien fest.

«Die Bünz ist zentrales Identitätsmerkmal der Region», hält der Regionalplanungsverband Unteres Bünztal (Repla) im soeben präsentierten regionalen Entwicklungskonzept (REK) fest. Durch dieses Konzept, zu dessen Erstellung die Replas gesetzlich verpflichtet sind, soll eine optimale Abstimmung der Planungen in einer Region ermöglicht werden. Der Repla Unteres Bünztal hat sein REK an der Abgeordnetenversammlung vom 18. Oktober genehmigt (AZ vom 20. Oktober).

Im über 60 Seiten starken Papier sind Bestandesaufnahmen und Zukunftsstrategien für verschiedenste Bereiche festgehalten. Die AZ wird in lockerer Folge auf einzelne Aspekte näher eingehen. Heute auf die Bereiche Identität & Zusammenarbeit sowie Siedlung & Wirtschaft.

Die Traditionen pflegen

Ziel des Repla ist es, für die Region eine gemeinsame Identität zu schaffen. Die landschaftlichen und kulturellen Qualitäten sollen aktiv beworben werden, und zu den historischen und wirtschaftlichen Traditionen will man Sorge tragen. Weiter strebt der Repla an, dass sich die Gemeinden vermehrt aktiv austauschen und noch aktiver zusammenarbeiten.
Als mögliche Massnahmen, durch die diese Ziele erreicht werden sollen, sind im REK (unter anderem) ein Namensfindungsprozess sowie ein gemeinsames Label aufgelistet.

Daneben sollen die Gemeinden schützenswerte Bauten vor dem Abriss bewahren sowie bestehende Traditionen, zeitgenössische Anlässe und Vereine wo nötig unterstützen. Mit einem noch zu schaffenden Regionalporträt zu den Themen «Natur, Landschaft und Kultur» sollen Neuzuzüger das Untere Bünztal kennen lernen. Schülerinnen und Schüler will man mit Unterrichtsmaterial für die regionale Identität sensibilisieren.

Der Regionalplanungsverband, so sieht es das REK vor, soll seine Statuten und Organisation überprüfen und eine Plattform schaffen für Ideen, Vorschläge und Wünsche aus der Bevölkerung. Zudem will der Verband künftig auch vermehrt über seine Tätigkeiten informieren. Als weitere Ziele hat er im REK eine verstärkte Zusammenarbeit mit den benachbarten Replas formuliert sowie die Organisation von Workshops zu regionalen Themen.

Auch zum Thema Siedlung & Wirtschaft sind im Entwicklungskonzept vorab verschiedene strategische Leitsätze formuliert wie: «Die Gemeinden schaffen optimale Voraussetzungen zur Sicherung der Grundversorgung.»

Keine Einkaufszentren am Rand

Was der Repla laut REK aber nicht will, sind Einkaufszentren am Rand der Siedlungsgebiete: «Grössere publikums- und flächenintensive Nutzungen wie Einkaufszentren, Kantonsschulen, Sport- und Freizeitzentren werden in Wohlen konzentriert. Auf die Schaffung von Konkurrenzstandorten wird verzichtet», gibt der Repla als Absichtserklärung bekannt. Auch für die Entwicklung der Arbeitsplätze ist im Konzept eine klare Strategie formuliert worden: «Das Arbeitsplatzwachstum konzentriert sich auf die Standorte Waltenschwil, Wohlen, Villmergen, Dottikon, Hendschiken und Othmarsingen.»

Grössere Neuansiedlungen von Arbeitsplätzen sollen dabei hauptsächlich in Wohlen, Villmergen und Othmarsingen erfolgen. Der Repla will weiter Firmen bei der Ansiedlung fördern: «Bei nachgewiesenem Bedarf werden Siedlungserweiterungen zur Entwicklung bestehender Arbeitsplatzgebiete und Betriebe unterstützt.»

Was für Massnahmen sind vorgesehen, um die erwähnten Zielsetzungen im Bereich Siedlung & Wirtschaft zu erreichen? Vorab ein guter Kontakt zu den Unternehmen: «Die Gemeinden führen regelmässig Gespräche mit den ortsansässigen Unternehmen», heisst dazu der erste Leitsatz im REK. Weiter ist im Massnahmenplan festgelegt, dass, mit Ausnahme von Wohlen, die Gemeinden auf grössere Dienstleistungseinrichtungen verzichten. Damit will man gewährleisten, dass zentralörtliche Dienstleistungen in der Freiämter Metropole möglichst nicht konkurrenziert werden.

Vorstellen kann sich der Repla auch, dass die Gemeinden Bauland abtauschen, wenn dies der regionalen Entwicklung förderlich ist. Zudem soll, zusammen mit der Standortförderung Aargau Services, eine Ansiedlungsstrategie für neue, wertschöpfungsintensive Betriebe erarbeitet werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1