Vor kurzem haben die Arbeiten am Schulzentrum Mühlematten in Villmergen begonnen – nun stehen die Maschinen bereits wieder still. Schuld sind die Niederschläge der letzten Tage, der Baugrund ist zu wässrig, um mit dem Aushub weiter machen zu können. In dem Gebiet ist der Grundwasserspiegel relativ hoch, dies auch der Grund, warum das Schulhaus nicht unterkellert sein wird. Über Sickerrohre wird das Wasser in einen roten Tank geführt. Dort wird es neutralisiert und fliesst von dort in den Bach. Wenn das Wetter wieder besser wird, kann man weiterarbeiten, die Verzögerungen sind also nicht dramatisch. «Der Bezug im Sommer 2017 ist nicht in Gefahr», sagt Baukommissionspräsident Markus Keller. Am besten für die Bauarbeiten wäre ein gefrorener Boden.

Leichte Anpassungen

Gegenüber dem ursprünglichen Projekt hat es eine leichte, aber wohl sehr nützliche Änderung gegeben, wie sich gerade bei Regen zeigt: Der Aushub wird nicht wegtransportiert, sondern im anschliessenden Gelände eingebaut. «Das ist einerseits ökologisch sinnvoll, anderseits wird sich die Fläche neben dem Sportplatz nur leicht neigen. So kann man auch ein Festzelt auf den Platz stellen», erklärt Keller. Ursprünglich wäre das Gelände stärker abgefallen, bei Nässe wäre ein Zelt vom ablaufenden Wasser betroffen gewesen.

Des Weiteren wurde ein Raum in die Turnhalle integriert, damit eine einfache Bewirtung an Anlässen möglich ist. Ansonsten wurden nur Feinheiten des Projekts angepasst. «Bereits als wir mit dem Kreditantrag zur Gemeindeversammlung gelangten, waren wir weiter, als bei einem Baukredit üblich, damit wir die Kostenfragen genauer beantworten konnten.»

Zwei Drittel der Arbeiten vergeben

Die Umstellung auf das System 6/3, das Bevölkerungswachstum der Gemeinde und die steigenden Schülerzahlen sowie die veränderten Raumbedürfnisse eines zeitgemässen Schulunterrichts machten das neue Schulzentrum nötig. Dass die Schulanlage bewilligt wurde und die Arbeiten nun begonnen haben, sei für ihn eine «gewaltige Erleichterung», sagt Keller. «Es war eine hohe Arbeitsbelastung, aber auch emotional ist man bei so einem Bau natürlich dabei. Es gab viele Gespräche und auch Auseinandersetzungen, die Villmerger stehen aber hinter der Sache, das spürt man.» Das liege nicht zuletzt daran, dass man auf genügend Abstand zu den umliegenden Häusern geachtet habe und die Gebäude niedrig geplant wurden, sagt Keller.

Inklusive Planung wird die Schulanlage etwa 23,5 Mio. Franken kosten. «Rund zwei Drittel der Arbeiten konnten wir schon vergeben, gegenüber den geplanten Ausgaben konnten wir bisher 1,5 Millionen
einsparen. Damit haben wir nun etwas
Reserven.»

Flexible Raumaufteilung

Das Schulzentrum wird aus zwei Gebäuden bestehen. Das zweistöckige Schulhaus verfügt im Obergeschoss über zwölf Klassenzimmer sowie zwölf Gruppen- und Teamzimmer. Im Erdgeschoss kommen Fachunterrichtsräume für textiles Werken, Werken, Singen sowie Naturkunde unter. Hinzu kommen Lehrerzimmer, Bibliothek, Aufenthaltsraum, verschiedene Büros für Lehrerschaft, Sekretariat und Stufenleitung sowie ein grosszügiger Eingangsbereich. «Die meisten Wände sind nicht fix, sodass die Raumeinteilung je nach Bedürfnis umgestellt werden kann», erklärt Keller. So könnte das Schulhaus temporär mehr Schüler aufnehmen, in ungefähr 14 Tagen können die Holzwände neu positioniert werden.

Auch der Eingangsbereich der Turnhalle ist grosszügig bemessen, die Turnhalle selbst auf die Bedürfnisse der Schule, aber auch der Vereine angepasst. Bei der Wahl der Baumaterialien wurde darauf geachtet, dass die Räume lernfreundlich gestaltet werden. Das Untergeschoss besteht bei beiden Gebäuden aus Sichtbeton, während im oberen Bereich mit warmem Material, vor allem Holz, gearbeitet wird, was das Lernklima laut Studien verbessert. Realisiert wird das Schulzentrum Mühlematten vom Brugger Architekturbüro Metron Architektur AG.