Die Regionalpolizei hat immer mehr zu tun. Das zeigt der soeben erschienene Geschäftsbericht der Gemeinde Wohlen deutlich. 2017 hat die Repol 1647 Einsätze geleistet, 85 mehr als im Jahr zuvor. In Villmergen allein waren es mit 286 Einsätzen 11 mehr als 2017.

Die Personaldecke der Regionalpolizei, die für insgesamt acht Gemeinden im Bünztal zuständig ist, hat sich jedoch nicht verändert, sie ist nach wie vor dünn. Die mangelnden Ressourcen sind denn auch mitverantwortlich für einen unpopulären Entscheid, den die Repol hat fällen müssen: Ihr Schalter im Villmerger Gemeindehaus, der bisher jeweils am Montag den ganzen Tag sowie am Freitagmorgen geöffnet war, wird ab 1. Mai nicht mehr bedient.

Wechsel beeinflusst Entscheid

Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger aus Villmergen ist neu der Schalter der Regionalpolizei im Wohler Gemeindehaus. Der Gemeinderat Villmergen bedaure die Schliessung, könne die Gründe dafür aber nachvollziehen, schreibt die Behörde in einer Mitteilung. Den Entscheid zur Schliessung mit beeinflusst hat die Kündigung der Zivilangestellten, die den Schalter bisher betreut hat.

Ihre Nachfolgerin muss zuerst intern entsprechend ausgebildet werden, bevor sie diesen Dienst übernehmen könnte. In der Zwischenzeit müssten Polizisten einspringen, wie sie es bei Ferien- oder anderen Abwesenheiten schon bisher getan haben.

«Diese Leute fehlen uns dann im Patrouillendienst. Müssen sie im Notfall dennoch ausrücken, stehen die Kunden allenfalls kurzfristig vor einem geschlossenen Schalter, und das ist sicher auch nicht optimal», sagt Repol-Chef-Stellvertreter Matthias Schatzmann.

Mit vier Mann präsent

Beim Entscheid, der mit der Repol-Kommission und dem Gemeinderat Villmergen zuvor diskutiert und abgesprochen worden ist, sei auch die Frequenz des Schalters in die Überlegungen mit einbezogen worden, erklärt Schatzmann weiter. Sie habe sich in der Vergangenheit in einem eher kleineren Rahmen bewegt.

Die Sicherheit der Bevölkerung wird von der Schliessung des Schalters nicht tangiert. «Die Regionalpolizei hat in Villmergen weiterhin vier Mann stationiert», erklärt der Repol-Vize. Diese seien zudem meistens auf Patrouille und könnten somit in einem Ernstfall auch im ganzen Dorf rasch vor Ort sein.