Horben

Der neue Präsident kommt aus Bettwil: Aargauer Braunviehzucht bleibt von Freiämtern geprägt

Cyrill Gauch aus Bettwil (links) löst Hugo Abt, der mit seiner Frau Marianne geehrt wurde, als Präsident von Braunvieh Aargau ab.

Cyrill Gauch aus Bettwil (links) löst Hugo Abt, der mit seiner Frau Marianne geehrt wurde, als Präsident von Braunvieh Aargau ab.

Mit Cyrill Gauch aus Bettwil steht wieder ein Freiämter an der Spitze des Verbands Braunvieh Aargau.

Braunvieh Aargau, der Verband der Aargauer Braunviehzüchter, bleibt in Freiämter Hand: Als Nachfolger von Präsident Hugo Abt, Rottenschwil, wurde Cyrill Gauch, Bettwil, gewählt. Auch sonst ist und war der Verband in seiner 100-jährigen Geschichte stark vom Freiamt und den Freiämtern geprägt, wie aus den Erzählungen von Ehrenpräsident Hans Barmettler und den Ehrenmitgliedern Markus Zemp und Hans Stutz, an der Jubiläumsgeneralversammlung auf dem Horben hervorging.

Ziel bei der Gründung war es, den Braunviehzüchtern, die damals in verschiedenen Genossenschaften organisiert waren, eine starke Stimme zu geben. Hugo Abt machte deutlich, dass damals, im Gegensatz zu heute, vieles nicht selbstverständlich war: leicht abrufbares Fachwissen, Informationen zur Genetik, Zugang zum Erbgut von Spitzentieren aus der ganzen Welt für die Züchtung. Auch haben heute Jungzüchter einen ganz anderen, wesentlich bedeutenderen Stellenwert als früher.

24 Jahre arbeitete Hugo Abt im Vorstand von Braunvieh Aargau mit, 2003 wurde er Vize- und ein Jahr später als Nachfolger von Hans Barmettler Präsident des Verbands. Er habe viel Schönes erlebt in dieser Zeit, führte Abt aus und erinnerte an die erfolgreichen Horba-Ausstellungen, an die zahlreichen Auktionen ebenfalls auf dem Freiämter Hausberg, aber auch an Eliteschauen und an den Auftritt als Gastkanton an der Olma in St.Gallen. Aber es kamen auch kritische Worte zum Abschied – «Viehzucht ist eben ein enorm emotionales Thema». Mit dem Entscheid, Euter nicht mehr einölen zu dürfen, sei dem Vorstand vorgeworfen worden, nicht für die Rasse zu arbeiten. Der Vorwurf sei nicht in Ordnung. «Es ist auch die Aufgabe eines Vorstands, die Zeichen der Zeit zu erkennen und entsprechend zu handeln.»

Früher bezahlte der Kanton noch Auslandreisen

Die Delegiertenversammlung bestätigte die bisherigen Vorstandsmitglieder Mirjam Zumbühl, Birrwil, Cyrill Gauch, Bettwil, Christian Oswald, Küttigen, Andreas Stocker, Boswil, Raphael Vollenweider, Benzenschwil, und Beni Wüst, Habsburg. Neu dazu kommt Michael Lang, Aristau. Gauch wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Die bisherigen Revisoren Thomas Villiger, Beinwil, und Markus Borner, Schneisingen, wurden bestätigt. Die Rechnung schliesst mit einem Ertrag von 13920 Franken und einem Aufwand von 18446 Franken. Mit allerlei Anekdoten blickten Markus Zemp, Hans Barmettler und Hans Stutz auf die Vergangenheit des Verbands zurück. Stutz konnte, als Schauexperte, auf interessante Begegnung mit Viehzüchtern im ganzen Kanton blicken und sogar von Reisen nach England und Paris berichten, die vom Kanton damals noch bezahlt wurden – «es wäre heute undenkbar, so vom Kanton gesponsert zu werden».

Barmettler wusste zu berichten, wie die Horben-Auktion ins Leben gerufen wurde, damals nicht zur Freude der Händler. «Wir mussten beweisen, dass es an der Auktion gute Preise gibt.» Und die gab es, bis 8000 Franken für Spitzentiere, die Käufer kamen selbst aus den Kantonen Graubünden und Tessin. Aufgeführt wurden im ersten Jahr 80 Tiere von 34 Ausstellern. Schon der erste Präsident war ein Freiämter, wie Zemp ausführte: Louis Ineichen, Langenmatt, Muri. Er wusste auch, dass der Verband in frühen Jahren eine grosse Chance verpasst hat. Als der Kauf des Horbens als Sömmerungsweide für 210000 Franken anstand, lehnte die Delegiertenversammlung mit 20 zu 5 Stimmen ab.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1