Wohlen
Der neue Freiämter Kalender bietet Unterhaltung auf 140 Seiten

Der Freiämter Kalender ist wieder da. Es gibt ihn seit 104 Jahren, und obwohl sich die Welt seither drastisch verändert hat, ist er sich treu geblieben. Diesmal bietet er etwa ein Stück Industriegeschichte oder ein Porträt über Villmergen.

Toni Widmer
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Der Freiämter Kalender ist an den üblichen Verkaufsstellen erhältlich. to

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Die Villiger-Lithografie auf dem Titelblatt gibt es nicht mehr und auch der Kalendermann hat vor ein paar Jahren gewechselt. Doch sonst kommt er daher wie damals, der neuste Freiämter Kalender aus dem Hause Kasimir Meyer AG.

Zum Auftakt die Zeit- und Festrechnung für das Jahr Jesu Christi, dann der 100-jährige Kalender und wie immer ganz zum Schluss die Porträts der unter dem Jahr verstorbenen Freiämterinnen und Freiämter. Dazwischen bietet das 140 Seiten starke Werk die gewohnt gute Unterhaltung: ein ausführliches Porträt über die Gemeinde Villmergen, einen Aufsatz über das Glockenläuten in Abtwil und eine weitere Kirchengeschichte aus Auw. Die Geschichte des Männerchors Buttwil, der 100 Jahre alt geworden ist, und jene des Männerchors Aristau, der noch ein halbes Jahrhundert älter ist.

Es folgen ein spannendes Stück Industriegeschichte aus dem benachbarten Säuliamt, ein Rückblick auf 100 Jahre Erdgasversorgung in Wohlen, ein paar Seiten Wohler Strohindustrie, der Gasballon der ehemaligen Sarmenstorfer Alpinit AG und die Geschichte der 150 Jahre alten Musikgesellschaft Dottikon. «S’Johr dure» ist farbiger geworden, aber aufgemacht wie seit Jahrzehnten. Das ist keine Kritik, lediglich eine Feststellung. Warum soll man etwas ändern, wenn es doch seit Generationen bei der Leserschaft gut ankommt?

Freiamt? – Freiamt!

Den Prolog auf Seite 3 hat ein Auswanderer geschrieben. Markus Zemp wohnt heute zwar in Schafisheim, seine Seele hat den Umzug offenbar aber nicht mitgemacht. So lobt er denn sein Freiamt in den höchsten Tönen als fortschrittliche Region, in der es sich gut leben lasse. Der ehemalige CVP-Nationalrat blickt aber auch etwas wehmütig und leicht frotzelnd in jene Zeit zurück, in der die Kirchen noch gut gefüllt und meisten Freiämter bei der CVP waren.