Wohlen

Der Musikverein Wohlen feiert schon bald das 150-Jahr-Jubiläum

Der Musikverein Wohlen bietet fünf Jahre nach der Gründung ein geschlossenes Bild, es standen ihm allerdings einige Krisen bevor. zvg

Der Musikverein Wohlen bietet fünf Jahre nach der Gründung ein geschlossenes Bild, es standen ihm allerdings einige Krisen bevor. zvg

Der Musikverein Wohlen wurde an der Alten Fasnacht 1865 gegründet und bereitet sich auf das 150-Jahr-Jubiläum von 2015 vor. Das Jahr 2015 soll zum Jahr der Blasmusik ausgerufen werden.

Im Jahr 1865, an der Alten Fasnacht, erblickte der Musikverein Wohlen offiziell das Licht der Welt. Vor ihm versuchten schon andere Musikanten, in Wohlen die Blasmusik salonfähig zu machen.

So ist verbürgt, dass bereits 1822 eine Militärfeldmusik bestand, die aber später wieder einging. Der Musikverein Wohlen startete mit immerhin 23 Musikanten. Als ersten Dirigenten engagierte der Verein A. Lampart, nach ihm den hochmusikalischen Fortbildungslehrer Franz Oberlin aus Villmergen.

Zwölf Jahre lief im Verein alles mehr oder weniger wie am Schnürchen. 1867 schaffte er sogar die erste Vereinsfahne an. Doch in einer Krisenstimmung löste sich der Musikverein 1877 auf – allerdings nur für drei Wochen.

Dirigent Franz Oberlin trat vorerst zurück, nahm aber seine Tätigkeit gleich wieder auf, nun nur noch mit fünfzehn Bläsern.

Am 30. Herbstmonat 1877 trat der Verein erstmals am End- und Grümpelschiessen der Feldschützengesellschaft Bünzthal auf, am 30. Weinmonat des gleichen Jahres auch noch am Endschiessen der Feldschützengesellschaft Wohlen.

1879 fand man den Mut, in Wohlen ein überregionales Musikfest durchzuführen. Man lud 21 Vereine ein. Es erschienen aber nur acht.

Das erste abendliche Konzert hielt der Musikverein am 27. Wintermonat 1879 ab. Der Verein war im Aufwind und konnte am 10. August 1882 die Feldschützengesellschaft Wohlen an das kantonale Schützenfest in Aarau begleiten.

Aber eine erneute Krise liess den Verein bis 1885 auf acht Musikanten zusammenschrumpfen. Man musste praktisch wieder von vorne beginnen. Immerhin beschloss der Verein 1887, die erste einheitliche Kopfbedeckung und 1888 eine neue Uniform anzuschaffen.

«Mit eiserner Schmiedehand

Kaum hatte der Musikverein die erneute Krise überstanden, herrschte wieder Unfrieden. Als Vermittler mussten der Buchdrucker Kasimir Meyer und der Sternenwirt Ernst Müller beigezogen werden.

Ihnen gelang es, die Wogen zu glätten und den Verein am Leben zu erhalten. Emil Koch wurde als neuer Dirigent angestellt. Dieser soll den Verein gemäss Chronik «mit eiserner Schmiedehand» geführt haben.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging der Musikverein einer goldenen Zukunft entgegen. Er zählte 1924 wieder stattliche 45 Aktivmitglieder. Abermals konnte man eine Uniform anschaffen.

Die Bevölkerung stand wie ein Mann zu ihrem Musikverein. Innert Monatsfrist konnten für die Uniform 10 000 Franken gesammelt werden. Die Gemeinde unterstützte das Vorhaben mit 1000 Franken.

Auch an der Fasnacht beteiligt

Schon früh engagierte sich der Musikverein auch an der damals noch ereignisreichen Wohler Fasnacht. 1907 ist der Musikball verzeichnet, den der Verein aus den eigenen Reihen auf die Beine stellte.

Am Musikball wurde Alois Breitschmid zum Walzerkönig gekürt. Aus dem Musikball wurde schliesslich der Trompeterball. Dieser gehörte lange zu den besten Fasnachtsbällen in Wohlen, musste aber schliesslich aus dem Programm gestrichen werden.

Viele gediegene Auftritte entschädigten den Verein für seinen grossen Einsatz. Im Gedächtnis bleibt auch das Jahr 1964, als die Kadettenmusik Wohlen, das Nachwuchskorps des Musikvereins, an der Landesausstellung Expo 64 auftrat.

Die Kadettenmusik zog, einen Marsch nach dem anderen spielend, durch die Stadt Lausanne – mit dem Dirigenten Emil Gacond an der Spitze. Gacond setzte sich neben seiner Aufgabe als Musikdirektor des Musikvereins wie keiner Zweiter für den musikalischen Nachwuchs ein.

Meistgesehen

Artboard 1