Gesamtschule Geltwil
Der Lehrer nahm sich auch der Alltagssorgen an

Es gab viele Hochs und Tiefs in der kleinsten Freiämter Schule – ein Rückblick.

Eddy Schambron
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1999/2000 war die Welt noch in Ordnung: 18 Schülerinnen und Schüler bei den Lehrpersonen Martin Geiger und Käthi Holzgang.

1999/2000 war die Welt noch in Ordnung: 18 Schülerinnen und Schüler bei den Lehrpersonen Martin Geiger und Käthi Holzgang.

Eddy Schambron

Der Standort der heutigen Schule Geltwil ist nicht zufällig. 1832, zehn Jahre nach der Einführung des neuen Schulgesetzes, forderte die Aargauer Regierung die seit 1816 vereinigte Gemeinde Geltwil/Isenbergschwil auf, endlich mit dem Bau eines eigenen Schulhauses zu beginnen. Ursprünglich wurde wahrscheinlich in Isenbergschwil und in Geltwil getrennt in Privathäusern Schule gehalten.

Die beiden Teildörfer kämpften jedenfalls mit verbissenem Eifer um den Standort des Schulhauses. Man entschied sich schliesslich, nur wenige Meter vom heutigen Standort das Schulhaus zu bauen. Der 1833 erstellte, einstöckige Schulhausbau wurde am 29. Dezember 1846 durch einen Brand zerstört.

1848 baute die Gemeinde auf dem gleichen Platz ein neues Schulhaus, diesmal zweistöckig. Schliesslich erfolgte 1972 der Bau des heutigen Schulhauses, das 1998 umfassend renoviert und mit einem Kredit von 2,2 Mio. Franken 2011/12 nochmals erneuert und erweitert wurde.

Einmal 35 Kinder

Am Anfang seiner Lehrerzeit, 1954, stand der junge Lehrer Arthur Brühlmeier, 17 Jahre Lehrer in Geltwil, vor 35 Kindern in acht Klassen. Besonders idyllisch sei die Situation für den jungen Lehrer nicht gewesen, erinnert er sich im Buch «Geltwil ist anders». Es seien keine 14 Tage vergangen, als im Freiamt das Gerücht auftauchte, er habe eine Erstklässlerin gewürgt. «Eine völlig absurde Behauptung.» Luxus gab es keinen, der Lehrer selber bediente im Winter den mitten im Schulzimmer stehenden Ölofen.

Und niemand störte sich daran, dass der Turnunterricht auf dem kleinen gekiesten Pausenplatz oder dann eben im Wald abgehalten werden musste. Die Gemeinde besserte das Einkommen von Brühlmeier auf, indem sie ihn später auch zum Gemeindeschreiber, Steuereinzüger und Zivilstandsbeamten machte. «Ich wurde mit Eheproblemen genauso konfrontiert wie mit Sorgen, wenn ein Bauer nirgends einen Knecht auftreiben konnte.» Als Lehrer war er auch Leiter des Gemischten Chors und der Theatergruppe und gleichzeitig Theatercoiffeur. Gespielt wurden im Restaurant Strebel «die kitschigsten Fünfakter».

In jüngerer Zeit positionierte sich die Gesamtschule Geltwil als Natur- und Erlebnisschule. «In einem ganzheitlichen, erlebnisorientierten Unterricht wird den Schülern ein besonderer Bezug zu Natur und Umwelt vermittelt. Die grösste Schule der Welt, die Natur, wird in die kleinste Schule im Freiamt integriert», heisst es im Konzept.

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