Behindertensport

Der langwierige Papierkrieg hat sich endlich gelohnt

Das Unihockeyteam freut sich, am 1. April in die neue Halle einzuziehen.

Das Unihockeyteam freut sich, am 1. April in die neue Halle einzuziehen.

Die Hockeymannschaft des Behindertensportclubs Wohlen-Lenzburg bekommt ab 1. April endlich einen Hallenplatz in Bremgarten. Was jetzt noch fehlr sind freiwillige Helfer.

Seit zwölf Jahren gehört die Unihockeymannschaft für geistig behinderte Kinder und Jugendliche zum Behindertensportclub Wohlen-Lenzburg. Auf Initiative der Bremgarter Brüder Benny und Mathias Hausherr, deren Mutter Präsidentin des Sportclubs war, trainieren jede Woche etwa zwölf 12- bis 22-Jährige in Bremgarten und nehmen zweimal jährlich an einem Turnier teil.

Letzten September wurde die neue Isenlauf-Turnhalle eröffnet, die anstelle der abgebrochenen Einfachhalle erstellt worden war. «Jahrelang hatten wir die Halle jeden Donnerstag, aber als die alte Turnhalle abgerissen wurde, wurden wir nicht einmal informiert», berichtet der jetzige Hauptleiter der Unihockeymannschaft, Mathias Hausherr (26). Er habe bei der Stadt wegen einer anderen Trainingsmöglichkeit nachgefragt. «Dort hiess es, ich würde von ihnen hören.» Das geschah jedoch nicht. Also erkundigte sich Hausherr vor den letzten Sommerferien erneut wegen eines Trainingsplatzes. «Da hiess es, ich müsse mich selber um eine Halle kümmern.»

Halle war zu klein

Etwas perplex fragte Hausherr bei der Stiftung St. Josef an, wo er sofort die kleine Turnhalle einmal pro Woche benutzen durfte. «Das Problem dort ist nur, dass die Halle zu klein ist für so viele Spieler. Wir trainieren häufig in zwei Altersgruppen, das ist in dieser Halle kaum möglich», erklärt Hausherr. Als Übergangslösung war der Student aber sehr dankbar für die Trainingsmöglichkeit für sein Team.

Gleichzeitig schrieb er am 19. Mai ein Gesuch an die Gemeinde, um nach den Sommerferien einen Platz in der neuen Halle zu erhalten. Auch darauf erhielt er lange keine Antwort. Nach den Ferien rief er wieder an. «Sie sagten, sie würden das abklären. Aber als ich wieder nichts hörte, habe ich hartnäckig etwa alle zwei Wochen angerufen», so Hausherr. «Im November gab mir die Angestellte endlich den Bescheid, unser Gesuch sei abgelehnt worden. Sie gab mir die Nummer von Stadtrat Mathias Meyer von der Sportkommission, das wars.»

Endlich an der richtigen Adresse

Bei Mathias Meyer war Hausherr endlich an der richtigen Adresse. Meyer erinnert sich an das Gespräch: «In seinem Schreiben stand, dass der Behindertensportclub Wohlen-Lenzburg eine Halle braucht. Da wir aber zuerst die Bremgarter Vereine berücksichtigen, konnten wir ihnen keine Halle anbieten.» Mathias Hausherr erklärte ihm, dass die Mannschaft zu 80 Prozent aus Kindern des Josefsheims bestehe. «Somit sah die Sache für uns natürlich gleich ganz anders aus», bestätigt Meyer. Hausherr schrieb ein neues Gesuch und erklärte den Sachverhalt. «Fünf Tage später erhielt ich von der Gemeindekanzlei die Antwort, mein Gesuch sei an die Sportkommission weitergeleitet worden. Und am 18. März schrieb mir Mathias Meyer, dass wir vom 1. April bis zu den Herbstferien jeden Donnerstagabend eine Halle benutzen dürfen», freut sich Hausherr. Das Antwortschreiben der Kanzlei auf sein erstes Gesuch im Mai 2010 hat Hausherr übrigens am 17. Februar erhalten.

Auf Anfrage von «der Sonntag» konnte Meyer versprechen: «Die Halle wird ihnen auch danach zur Verfügung stehen, sofern ein Gesuch vorliegt.» Die Hockeyaner freuen sich. «Das Einzige, was jetzt noch fehlt, sind Freiwillige, die einmal pro Woche als Trainer in die Halle kommen könnten. Auch Kurse werden ihnen bezahlt, denn meine Freundin und ich wollen das Traineramt im Herbst abgeben», sagt Hausherr. «Es macht Spass. Und alle reden immer darüber, wie sozial sie seien – hier können sie es beweisen.»

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